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Homo-Ehe auch in Velbert kirchlich

27.01.2016 | 06:00 Uhr
Homo-Ehe auch in Velbert kirchlich
Homosexuelle Frauen und Männer können auch im Rheinland jetzt kirchlich heiraten.Foto: Dietmar Wäsche

Velbert.   Beschluss der evangelischen Landessynode: Zustimmung und Skepsis bei den Pfarrern in Velberter Kirchengemeinden.

Am Montag trafen sich die Pfarrer des Kirchenkreises Niederberg zum Konvent. Superintendent Jürgen Buchholz berichtete des Seelsorgern von der Synode der Rheinischen Landeskirche, auf der die Delegierten beschlossen hatten, Trauungen von homosexuellen Paare künftig zu erlauben. Dafür gab es eine satte Mehrheit. Damit sind homosexuelle Partnerschaften mit der Ehe gleichgestellt.

Doch geheiratet wird nicht auf Synodalveranstaltungen, sondern in den Kirchengemeinden. Pfarrerin Andrea Kupatz von der Gemeinde Dalbecksbaum begrüßt den Beschluss der Landeskirche uneingeschränkt. „Ich bin froh, dass die Landessynode so entschieden hat“, sagt die Pfarrerin. „Wenn ein gleichgeschlechtliches Paar mit dem Wunsch zu heiraten zu mir käme, würde ich das gerne tun.“

Uwe Flaig ist Pfarrer im Velberter Norden im Bezirk Markuskirche. Im Gegensatz zu Andrea Kupatz hält er das Thema Homo-Ehe für schwierig. „Wenn man mich vor einigen Jahren gefragt hätte, ich hätte solche Eheschließungen abgelehnt“, sagt Flaig. Der Theologe beruft sich dabei auf die Bibel, die sehe bei der Eheschließung das Gegenüber von Mann und Frau vor. „Nun muss man jedoch zur Kenntnis nehmen, dass es Menschen gibt, bei denen diese biblische Vorgabe nicht funktioniert und die dennoch heiraten möchten“, sagt Pfarrer Flaig. Zudem sei es notwendig, auch als Geistlicher die gesellschaftlichen Veränderungen zu berücksichtigen. „Da ist ein Veränderungsprozess im Gange, und wenn sich die Kirche dem Wunsch nach Eheschließung bei Homosexuellen verschließt, versperren wir ihnen den Zugang zum Glauben“, ist Flaig überzeugt.

14. Februar sind Wahlen

Die Geistlichen dürfen nach der Neuregelung die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare aus Gewissensgründen ablehnen. In diesem Fall sind Gemeinde- und Kirchenkreisleitung jedoch verpflichtet, die Trauung in einer anderen Kirchengemeinde sicherzustellen. „Auch auf der Landessynode lief die Diskussion nicht ohne Kontroverse“, berichtet Flaig. Bereits im Vorfeld der Synode hatte sich der Vorsitzende der theologisch konservativen Evangelischen Sammlung, der Mülheimer Pfarrer Wolfgang Sickinger, geäußert. Der hatte kritisiert, die Bibel besitze in wesentlichen Teilen der Landeskirche keine Bedeutung mehr.

Andrea Kupatz geht nicht davon aus, dass sich nun bald Homo-Paare mit Trauungswunsch bei ihr vorstellen werden. „Das ist eher ein Thema für Großstadtgemeinden in Essen oder Wuppertal, uns fehlen hier in Velbert die entsprechenden Communities.“

Noch vor den Presbyteriumswahlen am 14. Februar werden sich die Presbyterien auch mit dem Thema gleichgeschlechtliche Ehe beschäftigen. Kupatz: „Ich gehe davon aus, dass es ein klares Votum dafür geben wird!“

Matthias Spruck

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Homo-Ehe auch in Velbert kirchlich
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2016-01-27 06:00
Velbert