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Holprige Wegeführung für Reiter in Niederberg

26.09.2011 | 17:12 Uhr
Holprige Wegeführung für Reiter in Niederberg
Astrid Schwarz mit Moonlight und Jana Höler mit Farlap wünschen sie attraktive Reitwege. Bild: Detlev Kreimeier

Velbert.Black Beauty, Fury oder Mr. Ed hatten eines gemeinsam: Zumindest im Film konnten sie auf ordentlichen Wegen laufen – egal, ob es Reitwege waren oder nicht. Aber das sind amerikanische Serien. Die Realität in Velbert und Heiligenhaus sieht deutlich anders aus.

Als ein „holpriges Thema“ bezeichnet Pressesprecherin des Kreises Daniela Hitzemann die Situation rund um die hiesigen Reitwege. Ein offizielles Verzeichnis für Velbert und Heiligenhaus gebe es nicht. Mit dem Bau des Panoramaradwegs bekommen die Reiter neue Probleme. Die alte Bahntrasse fällt weg, darf nicht mehr von den Einhufern betreten werden.

Radweg hat die Reiter-Route unterbrochen

Astrid Schwarz hat dadurch Mühe, ihre Runde zu reiten, weil sie ganz in der Nähe des Radwegs wohnt. „Wir können nur entlang unserer privaten Wiesen und Feldränder reiten“, sagt sie, „und an mit anderen Grundbesitzern abgesprochenen Pfaden. Mit der Eröffnung des Radwegs ist unser Route unterbrochen.“ Sie müsste Pippi Langstrumpf sein und ihr Pferd über die drei Meter Asphalt tragen.

Nicht nur sie hat Probleme; viele Menschen, die gerne hoch zu Ross die heimische Landschaft erkunden, haben sie – und das schon länger.

„Seit über zehn Jahren laufen die Bemühungen, Reitwege in Velbert und Heiligenhaus zu bestimmen“, erklärt Friedhelm Reusch. Eigentlich ist er Leiter der technischen Koordinationsprojekte im Kreis. Wenn es um Reitwege geht, ist er mit seinem Feingefühl gefragt, denn die Angelegenheit hat an Brisanz gewonnen. Hebt ein Eigentümer die Zustimmung auf, über sein Grundstück reiten zu dürfen, muss die Wegeführung wieder neu geplant werden.

„Reiter sind das letzte Glied in der Kette“, findet Heidi Löwen. Die Reittherapeutin bringt sich gemeinsam mit Kerstin Meißner für den Kreis Mettmann/Velbert in der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer NRW ein. Die beiden kümmern sich im Arbeitskreis Wanderreiten auch rund um die Reitwege. Löwen verdeutlicht, dass Autos, Fußgänger und Radfahrer ihre Strecken bekämen – nur Pferde nicht. „Reiter haben keine Lobby“, fasst sie zusammen. „Wir sind die einzige erholungssuchende Gruppe, die für die Anlage unserer Wege und deren Schadenbeseitigungen selbst aufkommen müssen.“

Wenig Verständnis für die Reitabgabe

Immer wieder taucht das Argument der Reitabgabe auf. Ein Thema, für das Astrid Schwarz kein Verständnis mehr hat. Auch Jana Höler, sie fährt Kutsche, zweifelt an der Abgabe. Rund 35 Euro müssen die Ausreitenden jährlich entrichten. Die gelbe Plakette rechts und links am Halfter belegen die Genehmigung, sich mit dem Einhufer außerhalb des eigenen Grundstücks aufzuhalten. Heidi Löwen berichtet von „schwarzen Schafen“, die keine Plakette kaufen, trotzdem aber ausreiten.

Wie es nun aussieht, avisiert Reusch im Oktober/November mit den fertigen und von allen Beteiligten abgesegneten Konzept in den Landschaftsbeirat zu gehen“. Zwischen Februar und April hofft er die Verknüpfung von fünf Reitwegen in Heiligenhauser Bereich umgesetzt zu haben.

Die kartographische Darlegung der Reitwege wünscht sich Heidi Löwen online, nicht auf Papier. „Dafür können sich die Wege zu schnell ändern“, erklärt sie. Die Verträge, die mit den Grundstücksbesitzern abgesprochen würden, laufen nur ein Jahr. Der Druck lohne sich daher nicht.

Die drei Pferdeliebhaberinnen sind sich einig: „Ohne gegenseitige Rücksicht geht gar nichts.“ Sie sind bereit, wollen, suchen nach der Reitwege-Netzschließung. Und Reusch rät: „Ein wenig Gelassenheit hilft manchmal auch.“

Nicole Krzemien

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Kommentare
27.09.2011
13:38
Holprige Wegeführung für Reiter in Niederberg
von Nierenhof | #2

...und Reiter werden ja immer gebraucht! heißt es ja schon bei Loriot.

Aber jetz mal im Ernst: Wer z.B. einmal zu Fuss von Langenberg zum Nizzabad geht, weiss, warum Reiter kaum eine Lobby haben.
Der asphaltierte Weg zwischen Gymnasium und Nizzabad ist regelmäßig mit Pferdeäpfeln übersäht, um die sich kein Mensch kümmert.
Den Pferden kann man es ja nicht verübeln, gleichwohl den ignoranten Reitern.
Der nächste Regen wirds schon richten!
Das zersiedelte Deutschland bietet nicht den Raum, um Westernträume von weitläufigen Ausritten wahr werden zu lassen. Die Städte sollte deshalb bei Ihrer Linie bleiben.

26.09.2011
22:36
Blockierter Kommentar.
von metropol | #1

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