Höchstes künstlerisches Niveau in Velberter Christuskirche

Schöne und dramatische Arien auf höchstem künstlerischen Niveau: Chöre und Solisten begeisterten die Zuhörer der 2. Velberter Operngala in der Christuskirche.
Schöne und dramatische Arien auf höchstem künstlerischen Niveau: Chöre und Solisten begeisterten die Zuhörer der 2. Velberter Operngala in der Christuskirche.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Zweite Operngala in der Christuskirche übertraf mit großen Stimmen internationaler Bühnen einmal mehr alle Erwartungen. Auch die beiden Männerchöre überzeugten das Publikum in der Christuskirche.

Velbert..  Operngala – ein vielversprechendes Wort, das Erwartungen weckt: große Oper, große Stimmen. Was aber letzten Samstag in der Christuskirche Velbert in der „Operngala“ geboten wurde, übertraf doch alle Erwartungen.

Schon die Ankündigung durch Karl-Heinz Nacke, der die Moderation übernahm, ließ aufhorchen: Die Sängerinnen und Sänger, die sich für das Konzert, das zudem ein Benefizkonzert für „Kinder in Not“ sein sollte, ohne Gage zur Verfügung stellten, waren auf europäischen Opernhäusern zu Hause. Der sakrale Raum wurde zur Opernbühne, der die schönsten und dramatischsten Arien entströmten, und dies auf höchstem künstlerischen Niveau.

„Perlenfischer“ als Höhepunkt

Nachdem die Männer-Chorgemeinschaft Velbert, verstärkt durch den Singkreis Wülfrath, unter Leitung von Lothar Welzel mit der „Landerkennung“ von Edvard Grieg einen gewichtigen Anfang gesetzt hatte, versetzte Annette Luig mit der Arie „E strano“ aus Verdis „Traviata“ mit strahlender Höhe das Publikum in Faszination. Thomas Laske verzauberte mit der Arie an den Abendstern aus Wagners „Tannhäuser“ – jeder Ton makellos, jeder Melodiebogen kultiviert. Und schließlich Daniel Kim mit begnadetem Stimmmaterial noch einmal italienischer Belcanto. Die heitere Note brachte Elena Fink, sie zog in der berühmten Arie der Rosina aus Rossinis „Barbier“ alle Register ihrer gesanglichen wie schauspielerischen Begabung, auf die Spitze getrieben ohne übertrieben zu wirken – eine Kunst, die unnachahmlich sein dürfte.

Und ihre charmante Frechheit kam auch gut beim Publikum an. Beruhigung in den fulminanten Operneklat brachte der Flötist Klaus-Peter Riemer mit dem Reigen seliger Geister aus Glucks „Orpheus“. Leider alle fünf Sekunden durch ein Publikumshusten unterbrochen: Offenbar war es schwer nach den aufwühlenden Arien wieder Ruhe zu gewinnen. Riemer ließ sich aber in der Lyrik seines Musikstückes nicht beirren und hielt durch. Den künstlerischen Höhepunkt brachte wohl Daniel Kim mit Thomas Laske in einem Duett aus Bizets „Perlenfischer“, emotional auf jeden Fall am ergreifendsten. Der gut disponierte und engagierte Chor umrahmte die Solisten-Beiträge mit ergänzenden Kompositionen aus der Opernwelt, am Klavier Stephen Harrison, dem Direktor der Rheinoper Düsseldorf, der hier wohl auch als spiritus rector gewirkt haben dürfte. Als Ausklang ein Volkslied in Begleitung einer raffiniert gesetzten Trompete, versiert gespielt von Flavius Petrescu.

Ein erfolgreicher Opernabend, und man kann nur hoffen, dass das dabei „ersungene“ Geld auch so erfolgreich für das Ziel des Konzertes, Kindern in Not zu helfen, eingesetzt werden kann.