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Hilfsprojekt

Hilfe für Familie auf Jamaika

05.10.2012 | 17:29 Uhr
Hilfe für Familie auf Jamaika
CamoyaFoto: Marco Levis

Langenberg.   Fotograf aus Langenberg verkauft für guten Zweck Trödel.Mit den Erlösen soll ein neues Heim für Mutter und Tochter gebaut werden.

Camoya ist fünf Jahre alt. Sie lebt mit ihrer Mutter Safia in einem Außenviertel von Negril, einem Touristendorf auf Jamaika.

Wenn das Eiscafé Angelo gegen Ende Oktober seine Türen während der kalten Jahreszeit schließt, verbringen Inhaber Angelo Levis und sein Sohn Marco ihre Wintertage im wärmeren Italien. Im Januar reist dann Sohn Marco nach Jamaika. Als Reggae-Fotograf findet er dort ausreichend Motive. Und nicht immer nur schöne.

Safia und ihre Familie lernte Marco Levis vor rund neun Jahren kennen. Die damals erst 16 Jahre alte Safia hatte ihre Mutter früh verloren, den Vater nie kennen gelernt, und war bei den Großeltern aufgewachsen. Vor zwei Jahren verunglückte ihr Freund, der Vater der kleinen Camoya. Fotograf Levis kennt die Familie gut, unterstützt sie seit Jahren. Erst bei seinem letzten Besuch Anfang 2012 hatte er die Tür des Hauses, in dem Safia mit ihrer Tochter lebt, ausgetauscht. Aber eigentlich muss ein neues und vor allem größeres Haus her. Dafür sammelt er jetzt Geld. Natürlich sind Spenden, „die zu hundert Prozent in das Projekt gehen“, gern gesehen. Doch er schaut auch, wie er sonst finanziell das Projekt unterstützen kann.

Haushaltsauflösung für guten Zweck

Als jetzt im Haus seines Vaters zwei Wohnungen frei wurden und diese komplett renoviert wurden, kümmerte er sich um den Hausrat. Beide Wohnungen wurden aufgelöst. Nun will er am morgigen Sonntag an der Hauptstraße vor allem Bücher, „viele religiöse Bücher“, ergänzt er, sowie Taschen und sonstigen Trödel verkaufen und den kompletten Erlös in sein Projekt auf Jamaika stecken. Der gut besuchte Trödelmarkt sei ein idealer Platz, die Sachen zu verkaufen. Damit löst er gleichzeitig das Problem der Entsorgung und kann Gutes damit tun.

„Oft muss Safia ihren geringen Lohn in die drei mal drei Meter große Holzhütte stecken“, erzählt der Italiener. „Wenn sie mal Arbeit hat und Geld verdient“, schiebt er nach. Ständig müsse an dem Haus etwas geflickt werden. Nur mit großen Schwierigkeiten könne sie die notwendigen Lebensmittel für ihre zweiköpfige Familie zusammen bekommen.

Die Schule ist wichtig

„Ich kümmere mich vor allem darum, dass Camoya in die Schule gehen kann“. Levis versucht an mehreren Stellen zu helfen. Immer öfter kann die heute 25-jähirge Safia die Schule für ihre Tochter nicht bezahlen. Werden sie oder Camoya einmal krank, stelle das die Mutter vor beinahe unüberwindbare Hürden. Marco Levis sucht Helfer und Mitstreiter, damit er seinen Freunden in Negril helfen kann. „Ich möchte den Teufelskreis durchbrechen, in dem Sofia und Camoya stecken“.

Editha Roetger



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