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SKFM-Interventionsstelle

Hilfe für die Opfer

09.02.2010 | 18:14 Uhr
Hilfe für die Opfer

Velbert. Gewalt in den eigenen vier Wänden drastisch angestiegen

Die Gewalt in den eigenen vier Wänden nimmt deutlich zu“, meldet die „Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt“ des SKFM Mettmann. Danach sind die Meldungen über Gewalt gegen Frauen in den Familien im Kreisgebiet  Mettmann im vergangenen Jahr um 24 Prozent angestiegen. Mit 308 Fällen im Jahr 2009 wurden der Interventionsstelle 60 Fälle mehr als im Vorjahr bekannt.

Die Opfer häuslicher Gewalt haben Straftaten wie Körperverletzung (277) bis hin zur gefährlichen Körperverletzung (19), Bedrohung (20), Nötigung (9), Vergewaltigung (8), Freiheitsberaubung (1) und Stalking (7) durch ihren Partner erlitten. „Manche Frauen waren gleich mehreren Straftaten ausgesetzt“, so Rita Rüttger, Leiterin des Frauenhauses und der Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt  des SKFM Mettmann.

In den Familien waren zusätzlich 349 Kinder betroffen, 90 Prozent der Söhne oder Töchter davon minderjährig. In fast allen Fällen ging die Gewalt vom Partner oder Expartner aus, in 13 Fällen von anderen männlichen Haushaltsangehörigen. Der Opferschutz der Kreispolizeibehörde Mettmann weist auf weitere schwere Fälle im Kreis Mettmann hin. Im Jahre 2009 kam es im März in Wülfrath, im Mai in Ratingen und Langenfeld sowie im November erneut in Wülfrath zu insgesamt drei Toten und fünf Schwerverletzten. Bei dem Fall in Ratingen war der Schusswaffengebrauch durch die Polizei notwendig, um eine junge Frau aus der Gewalt des Täters zu retten. Zwei der Täter töteten sich nach der Tat selbst. In Ratingen wurde außerdem der Bruder einer Frau getötet, als er sie vor der Gewalt durch ihren Partner schützen wollte.

„Permanente Kontrolle, Kontaktverbote zu Familienangehörigen, sexuelle Nötigung, der Entzug oder die extreme Kontrolle von finanziellen Mitteln, körperliche Übergriffe durch den Partner sind für viele Frauen alltägliche Ereignisse“, so Rita Rüttger.

Die Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt berät Frauen, die derart bedroht oder betroffen sind. „Im Beratungsgespräch werden Möglichkeiten zur Veränderung der schwierigen Lebenssituation aufgezeigt“, motiviert die Leiterin, die Angebot in Anspruch zu nehmen. Wichtige Aspekte wie persönliche Sicherheit, Mittel für den Lebensunterhalt, mögliche Rechtswege werden individuell beraten. Die notwendigen Schritte, etwa zum Gericht oder zur ARGE, können unterstützt und begleitet werden.

Eine realistische Einschätzung der Situation hilft der Frau, durch umsichtiges Handeln das Risiko weiterer Eskalationen zu reduzieren und einen Weg aus ihrer erniedrigenden, gefährlichen Lage zu finden. „Keine Frau muss Gewalt in ihre Familie ertragen“, appelliert Rita Rüttger. Die Beratung der Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt ist kostenfrei und unverbindlich. Beratungstermine können telefonisch vereinbart werden.

Ellen Wiederstein

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