Hertie-Ruine belastet Innenstadt in Velbert

In Zweier-Teams befragten Schüler des Berufskollegs die Passanten in der Friedrichstraße.
In Zweier-Teams befragten Schüler des Berufskollegs die Passanten in der Friedrichstraße.
Foto: Hans-Jürgen Rauch
Was wir bereits wissen
Schüler des Berufskollegs Niederberg befragten Passanten zu ihrer Sicht auf Fußgängerzone und Erlebnisqualität beim Einkaufen.

Velbert..  „Einkaufen in Velbert – ein Erlebnis“. Unter diesem Titel fühlten Schüler des Bildungsgangs Einzelhandel am Berufskolleg Niederberg Passanten mit einem Fragebogen auf der Friedrichstraße auf den Zahn. Ist Einkaufen in der Schlossstadt wirklich ein Erlebnis? Wo sind Schwachstellen? Was muss verbessert werden, damit sich beim Shoppen in der Innenstadt ein positiver Eindruck verfestigt?

70 Bögen als Bewertungsgrundlage

Marc Schmitz, Diplom-Kaufmann und Klassenlehrer für Wirtschaftswissenschaften am Berufskolleg, nahm den Befragungsauftrag vom Förderverein Velbert-in gerne an, seine 18 Schüler auf die Straße zu schicken. „Die waren sehr motiviert, einmal außerhalb des Klassenzimmers lernen zu dürfen“, sagt Schmitz. Im Unterrichtsgespräch vorab wurden die angehenden Einzelhändler instruiert, wie sie sich in der Fußgängerzone den Passanten zu nähern hatten. „Das sind alles angehende Verkäufer im Alter von 18 bis 22 Jahren, deren berufliche Zukunft nah dran sein wird am Kunden“, so der Klassenlehrer. Insofern also eine praxisnahe Begegnung.

So bekam jeder Schüler einen Stoß Befragungsunterlagen mit Fragen zu Themen wie Beratungsqualität, Sauberkeit in der Innenstadt, Öffnungszeiten, Kundenfreundlichkeit und Warenangebot. „Am frühen Vormittag zogen sie in Zweier-Teams los und brachten bis 12 Uhr mittags immerhin über 70 Fragebögen wieder zurück“, berichtet Schmitz. Und obwohl es noch einige Zeit dauert, bis die Befragung ausgewertet ist, konnten die Interviewer nach ihrem Aufenthalt in der Friedrichstraße immerhin Stimmungsbilder der Befragten wiedergeben. „Die Schließung von Hertie und der Verfall der Immobilie war vielen Passanten ein Dorn im Auge“, berichtet Klassenlehrer Marc Schmitz. Vieles aus dem Sortiment des Kaufhauses fehlt den befragten Velbertern offensichtlich. Andere äußerten sich zu Kaufland: Das Einkaufszentrum dominiere zwar deutlich die Oberstadt, für die Versorgung der Velberter in diesem Bereich sei es jedoch unverzichtbar.

„Wir werden im August nach der Auswertung Rückschlüsse ziehen und die Ergebnisse dann im Kreise von Interessierten und Werbegemeinschaften vorstellen“, sagt Hans-Jürgen Rauch, Vorsitzender des Fördervereins Velbert-in und Initiator der Befragung. Rauch, der jahrzehntelang ein Schuhhaus führte, interessiert sich besonders für die Aussagen der Velberter zu den Themenkreisen Kundenzufriedenheit und Freundlichkeit des Personals. „Es ist mittlerweile die vierte Umfrage dieser Art, die wir zusammen mit dem Berufskolleg durchführen“, so Rauch. Er erwarte unter dem Strich ein Signal für die Händlerschaft, wo sie in ihrem Bemühen um die Kunden steht.