Heismann Drehtechnik in Velbert macht jetzt den nächsten Schritt

Die Haupt-Kunden sind hoch-innovativ. Heismann Drehtechnik bekommt dadurch immer wieder neue Projekte und hält – hier ein Blick in eine Produktionshalle – mit den wachsenden Anforderungen Schritt.
Die Haupt-Kunden sind hoch-innovativ. Heismann Drehtechnik bekommt dadurch immer wieder neue Projekte und hält – hier ein Blick in eine Produktionshalle – mit den wachsenden Anforderungen Schritt.
Foto: Socrates Tassos/FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Der Spezialist für Präzisionsdrehteile baut jetzt zum dritten Mal im Bereich Talstraße. Die Mitarbeiterzahl hat sich fast verdoppelt, auch die Verwaltung ist stark gewachsen.

Das Velberter Traditionsunternehmen „Heismann GmbH & Co. KG“ – ein Spezialist für Präzisionsdrehteile, die weltweit zum Einsatz kommen – ist nach knapp siebenjähriger Verschnaufpause einmal mehr unter die Bauherren gegangen: Zwischen der 2008 errichteten Versand- und Produktionshalle an der Ecke Tal-/Gießereistraße und dem alten Verwaltungsgebäude von Mittelmann Guss (vormals August Engels) entsteht seit Mai in Winkel-Bauweise ein zweigeschossiges Domizil mit fast 1000 qm Nutzfläche. Dort zieht – wohl im Herbst – die Verwaltung mit ihren 14 Mitarbeitern ein; des weiteren werden moderne Medien- und Besprechungsräume untergebracht.

Produktion läuft rund um die Uhr

„Wenn Gäste kommen, wird’s bei uns arg eng“, begründet Wilfried Arthecker. „Und Gäste haben wir ja mehr und mehr aufgrund des gewachsenen Umfangs.“ 1,4 Millionen Euro investiert die Firma in Grundstückskauf und Neubau. Das 5400 qm umfassende Areal, so der langjährige Heismann-Geschäftsführer weiter, habe man von der Stadt erworben. Der Baugrund war im Vorfeld von der „Aufbereitungs- und Entwicklungsgesellschaft Velbert (AEV)“ an diese veräußert worden, um seitens der Stadt „eine gezielte Flächenbevorratung im Rahmen der Clusterpolitik betreiben zu können“. So die Begründung auf WAZ-Nachfrage.

Die AEV war 1995 nicht zuletzt ins Leben gerufen worden, um das Mittelmann-Gelände aufzubereiten, zu entwickeln und zu vermarkten. Hochzufrieden ist Arthecker mit dem Engagement von AEV-Geschäftsführer Frank Schmidt im Zusammenhang mit dem jüngsten Immobilien-Ankauf.

Sein Großvater Rudolf Heismann hat die Firma 1918 gegründet. Gut acht Jahrzehnte später errichtete Heismann im Zuge der kompletten Betriebsverlagerung (nebst deren Vergrößerung) von der Schwanenstraße dann den ersten Neubau im Bereich Talstraße.

Dort, an der Gießereistraße 1, will man nun vor allem die Sozialräume neu konzipieren und zeitgemäßer gestalten. „Das war ja mal für 65 Leute angelegt, und auch die Verwaltung war früher nicht einmal halb so groß.“ Hingegen fertigt Heismann Drehtechnik heute mit 120 Menschen Klein- und Großserien für verschiedenste Bereiche wie Automobil- (zu 75 Prozent), Elektronik-, Schloss-, Beschlag- und Armaturen-Industrie, Medizintechnik sowie Maschinenbau. Das Ganze im Drei-Schicht-Betrieb. Rund um die Uhr von Sonntagabend bis Samstagmittag; die Exportquote beträgt 30 Prozent.

„Es geht uns gut“, beschreibt Wilfried Arthecker die Lage. Seit letztem Dezember ist er „nur noch“ als „Berater“ aktiv. „Wir haben ein positives Problem. Unsere drei Haupt-Kunden sind hoch-innovativ. Dadurch kommen immer wieder neue Projekte auf uns zu“, erzählt er und erklärt beim flotten Rundgang durch die Fertigung, wie Heismann Drehtechnik mit den wachsenden Anforderungen durch so manche Finesse, durch Weiterentwicklungen und nicht zuletzt durch den hauseigenen Maschinenbau Schritt hält.

Im Dezember wurde seine Tochter Stephanie Arthecker-Koch alleinige Gesellschafterin. Die Dipl.-Biologin hatte ursprünglich etwas andere Ambitionen; 2008 avancierte sie zur Heismann-Geschäftsführerin. „Wir sind hier über die Jahre so stark gewachsen“, sagt die 48-Jährige etwas nachdenklich, „dass wir uns jetzt erst einmal etwas konsolidieren wollen.“ – Allerdings bietet das nunmehr dritte Grundstück Spielraum für weitere Optionen. Nur für den Fall, dass das Unternehmen doch mal wieder größer werden sollte.