Heiratsantrag auf dem Bismarckturm in Langenberg

Die Aussicht auf Niederberg und natürlich auf Langenberg ist bei schönem Wetter großartig, wenn man die Stufen des Bismarckturms erklommen hat.
Die Aussicht auf Niederberg und natürlich auf Langenberg ist bei schönem Wetter großartig, wenn man die Stufen des Bismarckturms erklommen hat.
Foto: FUNKE Foto Services
Der Bismarckturm auf dem Hordtberg ist neben dem Sender das Wahrzeichen von Langenberg. Essen mit Blick auf die Altstadt ist hier möglich.

Langenberg..  Heute wie vor hundert Jahren ist der Bismarckturm beliebt als Ausflugsziel und Aussichtspunkt. Bei guter Sicht können Besucher bis weit ins Ruhrgebiet blicken – zum Gasometer Oberhausen oder zur Arena auf Schalke.

„Als Kind war ich mit meinen Eltern auf dem Turm“, sagt Frank Weber, der in Langenberg aufgewachsen ist. Seit Jahren lebt der 54-Jährige in Braunschweig, kehrt aber regelmäßig in die Senderstadt zurück, um seine Familie zu besuchen. Bei einer solchen Gelegenheit ist er auch mit seiner Freundin auf den Turm geklettert, „damit ich ihr die schöne Aussicht auf das niederbergische Land zeigen konnte.“

Ein Familienausflug führte Jost Auler im Jahr 2000 zum Bismarckturm. Mit seiner damaligen Partnerin und den zwei Kindern kletterte der ehemalige Langenberger auf den Turm und spielte Minigolf in der Anlage am Fuße des Bauwerks.

Seit der Kletterpark das Freizeitangebot am Bismarckturm ergänzt, hat sich das Publikum verändert. „Es kommen weniger Langenberger und mehr junge Familien“, sagt Marion Weidich, die seit 2003 das Restaurant am Bismarckturm betreibt. „Wenn eine Schulklasse mit 20 oder 30 Kindern im Kletterpark herumtobt, dann ist das Restaurant nicht mehr das nette Ausflugslokal, in dem die Gäste im Grünen sitzen, die Vögel zwitschern hören und ihre Ruhe genießen können.“ Deswegen kommt ein älteres Langenberger Ehepaar, das jeden zweiten Tag seinen Hund im Wald rund um den Bismarckturm ausführt, auch am liebsten, wenn der Kletterpark geschlossen ist. Auf dem Turm war die 66-Jährige jedoch noch nicht: „Ich habe Höhenangst.“

Doch Weidich profitiert auch vom Kletterpark durch eine Kooperation. Viele Gruppen – seien es die Teilnehmer einer Kindergeburtstagsfeier oder eines Jungesellinnenabschieds klettern zunächst im Waldpark und steigen dann auf den Turm. Auch hat die Gastronomin neue Ideen entwickelt und bietet ihren Gästen die Möglichkeit zu einem lauschigen Candle-Light-Dinner im Balkon des Turms, von dem man einen schönen Blick auf die Langenberger Altstadt hat. „Das ist besonders beliebt bei Pärchen, die heiraten wollen“, sagt die 45-Jährige. „Eine Braut in spe hat für ihren Heiratsantrag die komplette Wendeltreppe mit Teelichtern, Herzen und Luftballons geschmückt. Zudem überraschte sie ihren Liebsten mit einem riesigen Plakat, das außen vom Balkon herabhing und die Aufschrift trug: ‚Ich liebe dich!‘“ Ein Einsatz, der sich gelohnt hat – das Paar hat geheiratet und ist noch heute zusammen.

Obwohl es oben auf dem gut 28 Meter hohen Turm zehn Grad kühler und windiger ist als unten auf dem Boden, hat ein anderes junges Pärchen es sogar mal zwei Stunden lang dort oben ausgehalten. „Die beiden waren in Kuscheldecken eingewickelt“, erzählt Weidich und lacht. „Da ist die Liebe noch heiß gewesen!“ Und es ist halt ein besonderer Ort, nicht nur für Pärchen.