Haus Maria Frieden: Sorge um Kita

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Was wir bereits wissen
Weil der Träger den Eigenanteil von 30 000 Euro jährlich nicht mehr aufbringen kann, könnte der Kindertagesstätte Haus Maria Frieden die Schließung drohen. Denn von der Stadt gibt’s kein Geld.

Langenberg..  Muss die Kindertagesstätte Haus Maria Frieden in einigen Jahren schließen? Ausgeschlossen sei das nicht, fürchtet Peter Huyeng, Leiter des Kinder- und Jugendhilfezentrums an der Bökenbuschstraße. Hintergrund: Die Einrichtung, die in Trägerschaft der Congregatio Jesu (Maria Ward Schwestern) steht, hat Probleme, den jährlichen Eigenanteil von 30 000 Euro aufzubringen. Die Stadt aber hat eine Bezuschussung abgelehnt.

„Es stimmt – die Stadt hat vorgerechnet, dass anhand der prognostizierten Kinderzahlen in der Zukunft sogar ein Überhang an Kindergartenplätzen in Langenberg besteht“, bestätigte Huyeng derWAZ. Da die Finanzierung überzähliger Kindergartenplätze aber eine freiwillig Leistung sei, lehne die Stadt „vor dem Hintergrund von sechs Millionen Euro Schulden im Haushalt“ die Übernahme des 30 000-Euro-Eigenanteils ab.

Stadt:: Es gibt künftig zu viele Plätze

Selbst ohne die Kita Haus Maria Frieden sei die Quote ab 2015 mit 104 Prozent übererfüllt – jedenfalls in der Gruppe der Drei- bis Sechsjährigen. Das hatte die Verwaltung bei den Haushaltsberatungen im November vorgerechnet. Demnach stünden 390 Kindern 406 Plätze zur Verfügung. Und da die Prognosen in dieser Altersklasse sinkende Zahlen ausweisen, stiege das Platzüberangebot bis 2019 sogar auf 112 Prozent: 340 Kindern stünden 382 Plätze gegenüber – mit der Kita Haus Marie Frieden wären es sogar 402 Plätze.

U-3-Bereich wurde noch ausgebaut

30 Kinder besuchen die Kita Haus Maria Frieden derzeit in zwei Gruppen – zehn von ihnen werden in der U-3-Gruppe betreut. „Wir haben die Kita vor einigen Jahren sogar noch extra U-3-mäßig ausbauen lassen – das hätte ich dem Träger natürlich nicht empfohlen, wenn da eine Schließung im Raum gestanden hätte“, so Huyeng.

Hoffnung auf Sozialraumkonferenz

Die allerdings hofft der Heimleiter auch noch abwenden zu können. Denn: „Unser Ziel ist es auf jeden Fall, den Kindergarten weiterzuführen.“ Dazu sei man nach wie vor auch in Verhandlungen mit der Stadt. In einer ersten Sozialraumkonferenz sei das Thema bereits besprochen worden, in der nächsten Konferenz im Februar soll erneut darüber beraten werden.

Gespräche mit dem Bistum

Welche Lösungen dabei in Betracht kämen? „Zum Beispiel könnten in anderen Langenberger Kitas Gruppen geschlossen werden“, so Huyeng. Oder es finde sich ein Dritter, der den Eigenanteil übernimmt. „Zur Zeit sind wir da auch mit dem Bistum Köln im Gespräch.“ Eines aber stellt Huyeng klar: Die Kinder, die derzeit die Kita Haus Marie Frieden besuchen, sollen dort auch bis zur Schulpflicht bleiben können. Vorher werde es wohl auf keinen Fall zur Schließung kommen.