Handys aus
27.09.2010 | 19:03 Uhr 2010-09-27T19:03:00+0200
Neviges. Ständig ertönen die neusten Lieder im Unterricht, das dumpfe Vibrieren lässt so manche Taschen wackeln, auf dem Pausenhof sind sie das Gesprächsthema und aus dem alltäglichen Leben sind sie schon lange nicht mehr wegzudenken: Handys.
Für viele Schüler sind sie mittlerweile zum Lebensinhalt geworden. Doch wie gehen die Lehrer mit dem Alleskönner „Mobiltelefon“ um?
„Bei Betreten des Schulhofes müssen alle Handys ausgeschaltet werden“, betont Brigitte Preuß, Schulleiterin der Gemeinschaftshauptschule Hardenbergschule Neviges. In der Schulordnung sind die klaren Regeln vermerkt und für jeden einsehbar. „Die Schüler halten sich an die Vorschriften. Durch das ständige Klingeln lässt sich schließlich auch kein vernünftiger Unterricht durchführen“, weiß die Schulleiterin. Für die Jugendlichen gibt es einen guten Grund, sich an die Vorschriften zu halten. Denn: Die Multitalente aus MP3-Player, Kamera und Internetzugang werden sofort eingezogen. „Bei uns gibt es keine Vorwarnung. Sehen wir Schüler mit ihren Telefonen auf dem Schulgelände, werden diese sofort eingesammelt“, so Brigitte Preuß.
Einige Schüler der Hardenbergschule wissen, was dann passiert. „Nach dem Einsammeln, können die Schüler die Geräte gemeinsam mit ihren Eltern wieder abholen“, sagt die Schulleiterin. Den meisten Jugendlichen ist die Situation so unangenehm, dass es meistens bei einem Verstoß bleibt. Laut Brigitte Preuß geht die Schule bei Mehrfachtätern keine Kompromisse ein und schließt das Handy für zwei, drei Wochen weg.
Nicht alle Schulen sprechen Verbote gegen die tragbaren Telefone aus. Der Schulleiter des Berufskollegs Bleibergquelle Dr. Ludwig A. Wenzel sieht dem Trubel gelassen entgegen: „Wir haben uns mit den Schülern darauf geeinigt, die Handys während des Unterrichts auszuschalten. In den Pausen können sie telefonieren und Kurzmitteilungen versenden, wie sie möchten.“ Anstatt Verbote auszusprechen, appellieren die Lehrer des Berufskollegs an die Gesundheit. „Täglich sechs Stunden den Strahlen von rund 30 Handys ausgesetzt zu sein, kann auf Dauer nicht verträglich sein,“ weiß der Schulleiter. „Und das können auch die Schüler nachvollziehen“, fügt er hinzu. Ein Experiment des Berufskollegs zeigt, dass die Mobiltelefone sogar zu guten Noten verhelfen können. Während einer leichten Matheklausur war es den Schüler gestattet, Musik zu hören. „Natürlich mussten die Schüler nach Einschalten der Musikfunktion die Geräte zur Seite legen. Sonst gilt es als Täuschungsversuch“, so Dr. Ludwig A. Wenzel.
Mobil Vokabeln pauken
Auch auf der Hardenbergschule dürfen die Schüler – trotz des Reglements -- auf Anweisung des Lehrers ihre kompakten Terminkalender nutzen, um Hausaufgaben nicht zu vergessen. Man mag es kaum glauben, aber auch Vokabeln dürfen hin und wieder mit den Handys gepaukt werden.
Die stellvertretende Schulleitung der Städt. Heinrich-Kölver-Realschule in Tönisheide war nicht bereit, zu dem Thema Stellung zu beziehen.
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