Gut Ding will Weile haben
18.08.2009 | 19:36 Uhr 2009-08-18T19:36:00+0200
Velbert. Mit rund einstündiger Verspätung kam gestern Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier ins Forum Niederberg.
Verteidigungsminister Franz Josef Jung in Mettmann, Finanzminister Peer Steinbrück in Hilden, und, in Velbert, SPD-Kanzlerkandiat, Vizekanzler und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier – gestern, 40 Tage vor der Bundestagswahl, rückte der Kreis Mettmann in den Fokus des Wahlkampfes.
Es ist kurz vor drei Uhr. Auf dem Europaplatz zu Füßen des Forum Niederberg dreht ein Fahrradfahrer seine Runden, ein kleiner Mischlingshund springt dem Stöckchen hinterher, zwei Rentner spazieren in Richtung Corbygasse. Wenig deutet darauf hin, dass in gut einer halben Stunde der Vizekanzler vorfahren soll. Auch im Forum selbst ist der große Ansturm ausgeblieben. Interesse ja, der kleine Saal gut, aber nicht ausgefüllt.
Auf der Bühne vertröstet Gastgeberin Kerstin Griese (MdB) das Publikum, das schon gut eine halbe Stunde auf Steinmeier wartet. „Ich hatte viele Gäste. Aber der heutige ist so besonders, dass er sich die Verspätung leisten kann”, so Griese. Gut Ding will bekanntlich Weile haben. Mehr als ungeduldige Gesichter entlockt sie den Wartenden so nicht. Applaus erntet Griese erst, als sie anmerkt, im Falle des Lückenschlusses der A 44 wäre Steinmeier schneller.
Ein Überbrückungsgespräch zwischen Griese und dem SPD-Landratskandidaten Manfred Krick später, betritt Frank-Walter Steinmeier mit einstündiger Verspätung unter großem Applaus die Bühne im kleinen Saal. Das „Junge Team” der SPD lanciert – geschickt in den ersten Sitzreihen postiert – Fan-Plakate: „Wir für Frank”. Das Publikum ist wieder wach, voll bei der Sache – und Steinmeier fühlt sich wohl. In Velbert, an der Basis, die für die SPD so immens wichtig ist, taut das politische Schwergewicht unter dem Scheinwerferlicht rasch auf.
Gekonnt wechselt Steinmeier zwischen sachlich formulierten, klaren politischen Botschaften und auflockernden Einschüben. So referiert er über den Arbeitsmarkt, die Bildungs- und Familienpolitik oder den Auslandseinsatz der Deutschen in Afghanistan. Steinmeier redet ruhig, aber bestimmend, wählt rhetorisch kluge Sprechpausen, gibt dem Publikum an den entscheidenden Stellen die Gelegenheit, zu reagieren. So auch direkt nach der Begrüßung: „Die Konjunktur scheint ja schon gut zu laufen, nur Baustellen hier.” Gemeinsam lacht er mit den Gästen, um dann zu ernsten Themen wie seinem „Deutschland-Plan” oder der Wahlkampfvorlage für die SPD, dem von ihm kritisierten Papier des Wirtschaftsministers zu Guttenberg.
Moderatorin Kerstin Griese versucht zwar, hier und da lokalen Bezug herzustellen, doch meist bleibt Steinmeier auf dem Gebiet der bundespolitischen Themen.
Nach knapp eineinhalb Stunden verabschiedet Griese den „zukünftigen Bundeskanzler” unter großem Beifall.
So lange die Besucher auf den SPD-Kanzlerkandidaten gewartet hatten, so sehr nahm sich dieser im Anschluss die Zeit, Autogramm- und Fotowünschen nachzukommen. So, wie es sich für einen Sozialdemokraten in der heißen Phase des Wahlkampfes – gerade bei Lokalveranstaltungen an der Basis – gehört.
05:59
die erde wird bei anderen koalitionen eher runtergewirtschaftet
05:18
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00:38
@ Dorfbeobachter
Gut Ding will Weile haben, gilt ja nur dann nicht, wenn man möglichst schnell und laut durch die Gegend brausen möchte. Und vergessen Sie dabei auch nicht unseren Marc aus dem Landtag!
Time ist schließlich Cash und 10 - 15 Minuten machen den Kohl wirklich fett.
15:33
Einlass war ab 14:30Uhr, viele waren schon um kurz nach 14 Uhr da. Es waren gut 300 Leute da.
Daher waren es nicht nur Wochenmarktbesucher die da rumliefen
17:23
Die die 1 Stunde vorher auf dem Forumsplatz herumliefen waren die Besucher des Wochenmarktes
11:53
Warum kommt man sich von Kerstin Griese immer nur verschaukelt vor?
Applaus erntet Griese erst, als sie anmerkt, im Falle des Lückenschlusses der A 44 wäre Steinmeier schneller.
Hmm, wie will der denn auf den 10 km eine Stunde rausfahren?
Steinmeier hatte am 18.08.09 drei Termine:
13.30 Emmerich
15.30 Velbert
19.15 Freiburg i.Br.
Wäre er aus Norden über die A44 gekommen, oder hatte er nicht ohnehin aufgrund des Termins in Freiburg die Flugbereitschaft der Bundeswehr bereit stehen. Doch sicher nicht auf Steuerzahlers Kosten, oder??
Frau Griese war es, die verkündet hat, dass bei einer (rechnerischen) Halbierung der Verkehrs auf der A44 kein effektiver Lärmschutz mehr gebraucht wird. Papier ist ja geduldig. Schwupp, war die Halbabdeckung in der Flandersbach vom Tisch. Nun bekommen wir eine Billigautobahn in unsere besten Wohnlagen. Solche handwerklichen Fehler sind bisher noch keinem MdB unterlaufen, der diesen Wahlkreis vertreten wollte.
Es wäre an der Zeit, wieder eine(n) MdB zu bekommen, der sich für seinen Wahlkreis einsetzt, anstatt z.B. die Anwohner des künftigen Steinmeier-Schnellzubringers zu verschaukeln.
Die Wähler werden auch Kerstin Griese danach bemessen, was Sie für ihren Wahlkreis erreicht hat.
21:45
Anscheinend war der Verfasser des Artikels auf einer anderen Veranstaltung als ich. Die Veranstaltung, auf der ich war hat nicht im kleinen Saal des Forums stattgefunden sondern im großen. Und soweit ich es überblicken konnte waren alle Sitzplätze besetzt. Und als ich um 14:30 über den Europaplatz lief spielten dort keine Hunde sondern jede Menge Leute liefen - bereits eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn - Richtung Forum.