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Lokalpolitik

Grüne kritisieren „Freitag-Deal“

04.10.2012 | 21:00 Uhr
Grüne kritisieren „Freitag-Deal“
Die Ratsfraktion der Grünen im Velberter Stadtrat gibt am Donnerstag eine Pressekonferenz zur Bürgermeisterwahl. Im Bild v.l. Ulrich Berger, Ralf Rodax, Hans-Peter Kaiser, Esther Kanschat. Foto: Uwe Möller WAZ FotoPoolFoto: Uwe Möller

Velbert.  Die Grünen kritisieren die mit Bürgermeister Stefan Freitag und Kämmerer Sven Lindemann geschlossenen Verträge als Geschäftsführer der städtischen Holding BVG bzw. der Technischen Betriebe (TBV) nach dem Ausscheiden aus ihren Ämtern. Die Freitaglösung komme die Stadt teuer zu stehen.

Die grüne Ratsfraktion kritisiert die mit Bürgermeister Stefan Freitag und Kämmerer Sven Lindemann geschlossenen Verträge als Geschäftsführer der städtischen Holding BVG bzw. der Technischen Betriebe (TBV) nach dem Ausscheiden aus ihren Ämtern (WAZ berichtete). „Dafür haben wir einige Gründe“, sagte die Fraktionsvorsitzende Esther Kanschat. Zunächst sei da mal die Qualifikationsfrage zu stellen: „Beide Stellen hätten ausgeschrieben werden müssen. Es gibt so genannte Headhunter, die für diese Positionen gewiss geeignete Wirtschaftsfachleute zum Vergleich aufgeboten hätten“, ist Kanschat überzeugt. Sowohl der Bürgermeister wie auch der Kämmerer verfügten lediglich über Verwaltungserfahrung – „dabei werden an der Spitze von BVG und TBV ausgewiesene Experten gebraucht.“

Karriere jetzt befördert

Ein weiterer Kritikpunkt: Die Freitaglösung komme die Stadt teuer zu stehen. „Sollte Stefan Freitag nach dem Ausscheiden von Stadtwerke-Chef Heinz Werner Thissen 2014 dessen Posten nicht übernehmen, haben wir über eine Übergangsphase hinaus zwei hauptamtliche Geschäftsführer mit entsprechenden Bezügen in der Holding“, so Grünenpolitiker Hans-Peter Kaiser. „Dann wäre der BVG-Posten in der Tat ein Versorgungsposten.“ Andererseits: Besetzt Freitag – kostensparend – beide Positionen, wüchse ihm in der Stadt eine erhebliche Machtfülle zu. Auch das stößt bei den Grünen auf Missfallen.

Grundsätzlich finden die Velberter Bündnisgrünen wenig Gefallen an der Art und Weise und vor allem an dem Zeitpunkt, wie der „Deal“ zwischen den hohen Beamten und CDU und SPD zustande gekommen ist. „Unser Bürgermeister ist für eine bestimmte Zeit gewählt und hätte erst nach der nächsten Kommunalwahl die Weichen für den BVG-Chefposten stellen dürfen“, so Kanschat. Die Grünenpolitikerin argwöhnt, Freitag habe die jetzige, für ihn sichere politische Mehrheitssituation genutzt, um seine Karriere zu befördern – „wie die Mehrheitsverhältnisse im nächsten Rat aussehen, ist natürlich ungewiss“.

Auch für die Stadtwerke wünschen sich die Grünen Kompetenz an der Spitze. „Wir erinnern uns an die vergeblichen und kostenintensiven Kooperationsversuche mit anderen Stadtwerken in den letzten Jahren“, sagte Hans-Peter Kaiser. Das sei Anschauungsunterricht dafür, wie wichtig Fachleute für Wirtschaftsunternehmen seien.

Matthias Spruck

Kommentare
06.10.2012
17:58
Grüne kritisieren „Freitag-Deal“
von EstherKanschat | #21

Gut gebrüllt Löwe! Wir Grünen haben das Ausgliedern der städtischen Bereiche in nichtöffentliche Gesellschaften schon immer kritisiert und dagegen...
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Grüne kritisieren „Freitag-Deal“
Grüne kritisieren „Freitag-Deal“
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http://www.derwesten.de/staedte/velbert/gruene-kritisieren-freitag-deal-id7164206.html
2012-10-04 21:00
Bürgermsiter, BVG, SPD, CDU, Freitag-Lösung
Velbert