Glücklich wie am ersten Tag – vielleicht noch mehr

Es muss fast schon göttliche Fügung gewesen sein, als Ruth und Reinhard Hesse, zufällig nebeneinander stehend, 1963 ein Großereignis auf einem Fernsehschirm in einem Velberter Schaufenster beobachteten. Zwar fing er sich dort in der Einkaufsstraße zunächst einen Korb ein, traf aber schon ein Jahr später auf der Maikirmes erneut auf seine Traumfrau. Eine Liebe fürs Leben: Heute feiern sie Goldhochzeit.

„Beim Autoscooterfahren hat er mich ständig angerummst, so dass ich erst mal schimpfte, bevor ich dann mit ihm über die Kirmes zog“, erinnert sich Ruth. „Seither waren wir nicht einen Tag ohne einander“, erklärt ihr Gatte und wer beobachtet, wie verliebt er sie dabei ansieht, weiß warum. 1965 folgte die Hochzeit in der Christuskirche, im selben Jahr kam Tochter Ursula, ein Jahr später Sohn Rolf auf die Welt.

Das Motto ihrer Goldhochzeit: „Nur die Liebe zählt“ und das scheint auch bezeichnend für ihre 50-jährige Ehe zu sein. So antwortet Ruth, gefragt nach ihren Hobbys, sofort: „Wir. Wir machen alles für die Liebe.“ Dazu gehört auch, dass sich beide oft gegenseitig eine Freude bereiten: So wurde zur Silberhochzeit noch einmal in der Christuskirche geheiratet, zum 45. Hochzeitstag hat sie ihn dort im Turm mit einem Picknick überrascht und vor zwei Jahren standen sie singend in Köln auf der Hohenzollernbrücke und haben Liebesschlösschen angebracht.

Gattin Ruth denkt sich gerne Überraschungen aus: „Es geht nicht um das Materielle, man will dem anderen das Leben schön machen.“ Bei so viel Harmonie ist auch klar, dass selbst die Arbeitswelt sie nicht trennen konnte, so haben beide bei BKS gearbeitet. Wenn er dann doch mal eine Stunde alleine Fahrrad fährt, ruft er Ruth an, um zu fragen, wie es ihr geht. Auch zur Feier des 50. Ehejahrs hat sie sich wieder etwas ganz Besonderes ausgedacht, was es ist, wird nicht verraten.