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Glanz und Präzision am Velberter Kirchturm

28.09.2011 | 16:09 Uhr
Glanz und Präzision am Velberter Kirchturm
Kirchenbaurat Klaus Weiler am Tag der Installation. Jetzt fehlen nur noch die Zeiger. Bild: Detlev Kreimeie

Velbert.Das Werk ist vollbracht: Am Donnerstag wurden die neuen Zifferblätter, Zeiger und ein Funkuhrwerk für die Alte Kirche geliefert und installiert. So verkündet der bruchsteinerne Kirchturm fortan sekundengenau und in leuchtend Rot, Weiß, Schwarz und Gold die Uhrzeit in alle vier Himmelsrichtungen.

Die Baubeauftragten der Evangelischen Kirchengemeinde Velbert, Gerd Pieper und Klaus Weiler, strahlten am Mittag mit dem glänzenden Zeitmesser um die Wette. Zurecht, denn jetzt ist sichtbar ihr Projekt, dessen Startschuss zum Weinfest des Vorjahres gefallen war, zu einem guten Ende gekommen – dank auch der tatkräftigen Unterstützung von „Velbert aktiv“.

Ehrenamtler kamen ins Schwitzen

Aber: Was haben die beiden Ehrenamtler nicht geschwitzt zwischendurch. „Wir waren uns im zurückliegenden Jahr nicht immer sicher, ob wir das Geld zusammenbekommen würden“, berichtet Pieper. 25000 Euro waren veranschlagt worden, die mussten als Spenden eingesammelt werden. Die beiden Weinfeste, der Weihnachtsmarkt, die Idee mit den U(h)rkunden und den Armbanduhren – „insgesamt waren die Velberter aber doch zu überzeugen, dass die Kirchturmuhr zum Stadtbild gehört und ein Stück Stadtgeschichte darstellt“, sagt Weiler. Auch Prominente sind unter den Spendern. So hat sich der in Velbert geborene Maler Klaus Fußmann auch großzügig gezeigt.

Spenden erwünscht
10 Euro für die Uhr

Eine große Feier zu Ehren der neuen Turmuhr wird es nicht geben. „Mit einigen Spendern werden wir ein Glas Sekt trinken, wir erwarten einen pastoralen Segen“, sagt Klaus Weiler. Immer noch können Interessierte für das Turmuhr-Projekt spenden: U(h)rkunden für 10 Euro gibt’s bei Saalmann und der VMG-Tourist-Info.

Leider konnte von der Substanz der alten Zifferblätter nichts gerettet werden. „Die Witterung hatte sie und sogar das Mauerwerk darunter völlig zerstört, eine Aufarbeitung war somit unmöglich“, berichtet Pieper. Sogar Einschüsse wurden auf dem Metall gefunden. Also mussten neue Kupferblechplatten genommen und in den alten Farbtönen lackiert werden. Einziger Unterschied: Die Ziffern werden nicht mehr durch Balken, sondern – wie früher – durch arabische Zahlen dargestellt. „Das war eine Auflage des Amtes für Denkmalschutz“, sagt Klaus Weiler.

Glanz und Präzision

Auch bei den goldfarbenen Zeigern war es nicht mit der Restaurierung getan – acht neue geben Auskunft darüber, was die Uhr geschlagen hat.

Die Totaloperation umfasst schließlich auch das Uhrwerk. Herausgenommen wurde das 1926 installierte Werk mit automatischem, elektromotorischem Aufzug. Auch hier die Diagnose: marode, irreparabel. Die mit der gesamten Maßnahme betraute Firma Ed. Korfhage aus Melle bei Osnabrück baute in den Turm – gut eingekapselt für ein langes Leben – wahre Hightech: modernste Mikroprozessor-Technik in einer Funkhauptuhr.

Matthias Spruck

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