Gespannte Erwartung
17.10.2011 | 16:49 Uhr 2011-10-17T16:49:00+0200
Velbert An diesem Dienstag wird das Geheimnis darum gelüftet, wie genau die Pläne der im September von Bürgermeister Freitag vorgstellten Inverstoren ECE und HBB (die WAZ berichtete) für das neue Marktzentrum in der Unterstadt aussehen sollen.
An diesem Dienstag wird das Geheimnis gelüftet, wie genau die Pläne der im September von Bürgermeister Freitag vorgestellten Investoren ECE und HBB (die WAZ berichtete) für das neue Marktzentrum in der Innenstadt aussehen sollen.
Für manche zu spät, wie beispielsweise Silvia Erben vom Herrenfachgeschäft Schäffkes findet. „Die einzigen Informationen, die wir Einzelhändler vor Ort bisher bekommen haben, haben wir aus der Zeitung.“ Mehrere Anfragen ihrerseits, beispielsweise über die Wirtschaftsförderung, Näheres über die im Marktzentrum geplanten Geschäfte zu erfahren, blieben unbeantwortet. „Für Einzelhändler kann eine so schlechte Informationspolitik unter Umständen, sogar existenzbedrohend sein“, empört sie sich, „wenn ich z.B. früh genug weiß, da kommt eine Marke rein, die ich hier auch führe, kann ich mir überlegen, ob ich sie noch kippe, wenn ich rechtzeitig informiert werde.“ Da Waren üblicherweise ein halbes Jahr vorher bestellt würden, könnte es dann unter Umständen schon zu spät sein, wenn sie diese Informationen nicht rechtzeitig habe. Wichtig wäre ihr beispielsweise auch zu wissen, was an den kursierenden Gerüchten dran sei, dass die ihrem Geschäft gegenüberliegende C&A-Filiale in eines der Einkaufszentren umziehe. „Wenn da eine Billigkette einzieht, hat das auch Auswirkungen auf unsere Käuferschaft.“ Ihrer Meinung nach suchten Kunden nicht das Angebot von Einkaufszentren mit den entsprechenden Ketten: „Man findet dort doch überall das Gleiche, ich glaube, die Kunden wollen was Individuelles wie es in anderen Städten beispielsweise in Rüttenscheid oder Werden zu finden ist.“
Zwar glaubt Bettina Kurz von der Boutique Yanük nicht, dass das neue Marktzentrum für sie eine Konkurrenz sein könnte, Sorgen macht sie sich dennoch um das Gesicht der Innenstadt. „Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass eine Douglas-Parfümerie von der Friedrichstraße ins neue Zentrum umzieht. Was wird dann aus den Leerständen hier?“, fragt sie sich.
Diese Befürchtung teilt Jens Holten von Trip & Travel nicht: „Ich bin selber Gebäudeeigentümer und der Meinung, dass sich gepflegte Geschäfte auch wieder vermieten lassen. Es gibt noch genug mittelständische Unternehmen, die was suchen.“ Der zum Delegiertenkreis des Einzelhandelsverbandes zählende Einzelhändler freut sich darüber hinaus über das neue Zentrum. „Es ist wichtig, dass an diesem Standort was passiert. Durch die neuen Investoren werden wir hier hier Geschäfte bekommen, die wir sonst nicht hätten. Für den entsprechenden Rahmen werden die sorgen.“ Er ist sicher, dass durch das Shopping-Center mehr Leute in die Stadt gelockt werden. „Die einen werden das Marktzentrum bevorzugen, die anderen kaufen lieber an der frischen Luft ein“, glaubt er auf jeden Fall an eine Bereicherung für die Stadt.
Auf eine Belebung hofft auch Manuel Jimenez vom Restaurant La Granada im Forum. „Hier in der Unterstadt ist ja nix los, wenn das Marktzentrum vernünftig gemacht wird, freue ich mich darüber.“ Eine Konkurrenz durch Essensanbieter im neuen Zentrum fürchtet er nicht: „Da ist doch die Frage, wo man lieber isst, inmitten von Leuten oder in einem ruhigen Restaurant.“ Auch den Beeinträchtigungen durch die Bauarbeiten sieht er gelassen entgegen: „Dann machen wir vielleicht mal ‘ne Baustellenparty oder so.“
06:40
Man kann machen was man will, die Stadtplanung ist und bleibt Flickschusterein!