Gericht weist kranken Brandstifter in die Psychiatrie ein

Hier in diesem Haus hat der Mann den Brand gelegt. Nun muss er in eine Psychiatrie.
Hier in diesem Haus hat der Mann den Brand gelegt. Nun muss er in eine Psychiatrie.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das Wuppertaler Landgericht hat einen psychisch kranken Mann, der in einem Velberter Mehrfamilienhaus einen Brand gelegt hatte, in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen.

Wuppertal..  Acht Monate nachdem in einem Mehrfamilienhaus in der Von-Frauenhofer-Straße ein Brand gelegt wurde, ging gestern das Sicherungsverfahren gegen den Beschuldigten zu Ende. Der psychisch kranke 44-Jährige wird in einem psychiatrischem Krankenhaus untergebracht.

Am letzen Verhandlungstag eines mehrtägigen Verfahrens zeigten sich die Richter am Wuppertaler Landgericht nach dem Gutachten des Sachverständigen Dr. Michael Willmann von der Schuldunfähigkeit des Mannes überzeugt.

Von den Dämonen bedroht

„Eine große Affinität zu Feuer“ soll der Beschuldigte laut dem Psychiater aufgewiesen haben, schließlich sei dieser der Polizei schon vor dem Brand in der Von-Frauenhofer-Straße aufgefallen: Barfuß, mit nacktem Oberkörper hatte ihn die Polizei angetroffen, eifrig damit beschäftigt, ein nicht gerade unbeträchtliches Feuer zu entfachen.„Er soll den Beamten gesagt haben, er sei Schamane und beherrsche das Feuer als sein Element“, weiß Willmann. Alarmierend erschien da auch eine auf dem Boden stehende, angezündete Kerze in der stets wüst aussehenden Wohnung des Beschuldigten.

„Es war kein Scheiterhaufen“, stellt die frühere Betreuerin des Beschuldigten K. klar, trotzdem misst der Gutachter der Kerze eine erhebliche Bedeutung bei: „Es ist naheliegend, dass sie eine symbolische Wirkung haben sollte“, erläutert Willmann und führt aus, der Beschuldigte fühle sich von Dämonen bedroht. Nicht weniger naheliegend erschien dies, nachdem K. selbst während der Verhandlung erklärte „Ich bin der Heilige Geist“, und bereits in Vorgesprächen vorgetragen haben soll, er sei „vom Teufel bedroht nach Holland geflohen“.

So merkwürdig die Äußerungen des Beschuldigten anmuten, für eine Unterbringung in eine forensischen Klinik - einem enormen Einschnitt in die Persönlichkeitsrechte des Beschuldigten – bedarf es außerdem der Überzeugung des Gerichts von seiner Täterschaft. Hierfür genügte dem Gericht nicht die Leidenschaft des Velberters für Feuer, vielmehr stützte es sich auf eine Einlassung des Beschuldigten selbst: „Ich konnte die Wohnung nicht lassen“, soll er während eines Verhandlungstages gesagt haben - eine Aussage, die sich mit den Beobachtungen den Psychiaters deckt: „Er könnte die Dämonen zu vertreiben versucht haben.“

Auch für die Zukunft sieht der psychiatrische Gutachter Dr. Michael Willlmann kaum Chancen für eine Besserung. „Nicht, weil er Menschen schaden will, sondern weil er glaubt, gezwungen zu sein.“