Gemeinsames Projekt von BKN Velbert und belgischer Partnerschule

Midras Lappe, Onur Görgülü und Marcel Pletsch sind nur drei Schüler, die an den beiden Kickertischen mitgearbeitet haben. Die Tische sind ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem BKN und der belgischen Partnerschule.
Midras Lappe, Onur Görgülü und Marcel Pletsch sind nur drei Schüler, die an den beiden Kickertischen mitgearbeitet haben. Die Tische sind ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem BKN und der belgischen Partnerschule.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Berufskolleg Niederberg (BKN) in Velbert hat derzeit Besuch von der belgischen Partnerschule aus Mol. Gemeinsam bauen Schüler zwei Kickertische.

Velbert..  Velbert und Mol trennen zwei Autostunden, eine Landesgrenze und eine Sprache. Viel wichtiger ist aber, was die deutsche und die belgische Stadt miteinander verbindet: nämlich ihre Leidenschaft für Technik und Tüfteln. Das Berufskolleg Niederberg und das Technische Institut Sankt Paulus pflegen seit Jahren eine feste Freundschaft. Jetzt bauten Austauschschüler zusammen einen Kickertisch. Dass Völkerverständigung und Fußball funktionieren, hat die deutsche Nationalelf ja schließlich schon vergangenen Sommer bewiesen.

Im November reisten die deutschen Schüler ins rund 170 Kilometer entfernte Mol. Und entwickelten dort den Prototypen ihres Kickertischs. „Wir haben noch Defizite entdeckt und Mängel ausgebessert“, erklärt Oliver Troost, Lehrer am Berufskolleg. „Wie sagt man noch mal?“, stockt der belgische Lehrer Rudi Bogaerts und fischt mit seinen Fingern nach dem geeigneten Wort. Sein deutscher Kollege reicht es im herüber: „Es wächst.“ Bogaerts nickt: „Genau. Das Projekt wächst mit der Zeit. Man sammelt, feilt, verbessert. Und freut sich am Ende über das Ergebnis“, schildert der Belgier und lächelt breit.

Das Holz kommt aus Belgien, Metall und Elektrozubehör aus Deutschland. Aber die beiden Länder ergänzen sich nicht nur, was ihre Rohstoffe angeht: Auch gute Ideen kombinieren sie. „Unser Kickertisch hat Figuren aus besonderem Aluminium und eine elektronische Toranzeige“, erklärt Troost und fährt stolz mit dem Zeigefinger über die Kanten des Kickers. Die Freundschaft zwischen den beiden Schulen währt schon seit mehr als 20 Jahren. „Manche Austauschschüler von damals sind heute noch befreundet“, weiß Wolfgang Stein, der die Verbindung pflegt.

Steckbrief mit Name und Hobby

Tagsüber werkeln die Schüler gemeinsam, tauschen sich über Schrauben, Kabel und Kisten hinweg aus. Aber auch danach verbringen sie Zeit zusammen, schließlich übernachten sie bei ihrem jeweiligen Austauschpartner. „Das war zunächst komisch“, erinnert sich Marcel (22) zurück und schmunzelt. „Wir haben anfangs nur einen Steckbrief vom anderen gelesen, kannten lediglich Namen und Hobbys.“ Während Marcel erzählt, hat er einen konzentrierten Ausdruck im Gesicht. Denn er schließt gerade eine Schalte für die Spannungsversorgung an.

Ein Blondschopf grinst von der anderen Seite des Werktisches herüber. Es ist Mathias, Marcels Austauschpartner. „Die Deutschen sind zunächst ziemlich zurückhaltend. Aber wenn man sie besser kennenlernt, sehr nett“, meint er. Die Schüler sprechen Englisch miteinander.

„Das klappt zum Großteil ganz gut. Und wenn man mal ein Wort nicht weiß, gibt es ja zum Glück Wörterbücher auf dem Smartphone“, sagt Marcel und wirft auf der Suche nach einem fehlenden Begriff einen verstohlenen Blick auf sein Handy.