Gelungener Auftakt zur Konzertreihe

Langenberg..  Seit Bestehen der neuen Orgel in der Pfarrkirche St.Michael Langenberg hat sich Michael Smetten Könner auf diesem Instrument eingeladen. Nun fasst er die Besuche zu einer Reihe „Internationale Orgelkonzerte“ zusammen. Etienne Walhain aus Belgien, der schon mehrfach auch das Langenberger Publikum begeistert hatte, machte den Anfang.

Seit einigen Jahren ist die Orgel zum Feld von ausgesprochenen Virtuosen geworden, die den sakralen Gebrauch des Instruments völlig vergessen lassen und den Zuhörer mit akrobatischer Hand- und Fußarbeit in einen Klangrausch versetzen, der einem Trunkenheitszustand nahe kommt. Kritisch wird es nur in Kirchen durch den Nachhall, wenn die Musik z.B. des Großmeisters Bach noch die nötige Durchsicht und Prägnanz behalten soll.

Nun scheint J.S. Bach mit seinem Präludium und Fuge D-dur BWV 532, mit dem Walhain sein Programm begann, es selbst mit einem ausgesprochenen „Tönegewimmel“ auf Virtuosität und Wirkung angelegt zu haben. So waren die Zuhörer gleich zu Beginn des Konzertes in Faszination versetzt. Walhain versteht es auch, mit Gegensätzen zu bannen: So boten die feingliedrigen, arabeskenartigen Sonaten Domenico Scarlattis ein – allerdings ebenso virtuoses – Gegengewicht zu Bach.

Zwei Stücke von Jean Guillou, der an diesem Tag den 85. Geburtstag hatte, waren eindrucksvolle Zeugnisse der Moderne. Auch hier war Walhain in seinem Element und konnte sich in den Gegensätzen zwischen zart dialogisierenden Stimmen verschiedenfarbiger Register und infernalisch anmutendem Furioso des Gesamtwerks bewegen.

Der Ernst dieser als „Requiem“ aufzufassender Werke wurde dann durch romantisches Melos von – ebenso sehr gegensätzlichen Stücken von Cesar Franck abgemildert. Ein sanftes Pastorale führte über eine klangvolle Fantasia zu dem strahlenden Finale, wobei Walhain neben aller Virtuosität, Treffsicherheit und Sinn für Wirkung auch Gespür für Kontemplation und Innigkeit bewies.

Ein eindrucksvoller Auftakt der Reihe, der neugierig macht auf die weiteren Konzerte: Paolo Oreni (Italien) am 23. Mai, Michal Markuszewski (Polen) am 6. Juni und Wolfgang Seifen am 26.September.