Gefahr wird unterschätzt

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Langenberg..  Während die Augen der Kleinsten nach oben gerichtet sind und dem nächsten Wurf von Kamelle, Popcorn und anderen schönen Dingen entgegen schauen, ziehen große Wagen mit Zugmaschinen oder Traktoren die Karnevalisten durch die Gasse der Menschenmenge.

Ordnungsanweisung gerechtfertigt

Auf dem denkmalgeschützten Teil der Hauptstraße sind Lauf- von Fahrfläche kaum zu unterscheiden, da die verkehrsberuhigte Straße keinen Bürgersteig hat. So standen beim Karnevalszug am Sonntag die Menschen und viele Kinder dicht gedrängt und nahe an den langsam fahrenden Fahrzeugen. Für den Wagen der Alt-Langenberger Karnevalsvereinigung mussten insgesamt acht Radläufer mitlaufen. Dass diese Anzahl – eine Person pro Rad – nicht übertrieben ist, zeigte sich in dem zum Teil dichten Gedränge der ohnehin schmalen Straße. Die meisten Karnevalisten schmeißen ihre Wurfmittel möglichst weit in die Menge, doch vieles landet auf dem Boden und wird dann schnell eingesammelt. Da wird bei der Jagd auf das Süße leider auch vergessen, dass bereits der nächste Wagen anrollt. Nicht selten mussten die Radläufer, die sich ehrenamtlich gemeldet hatten, tatsächlich eingreifen und große wie kleine Jäger zur Seite schieben.

„Ich finde die Arbeit schon wichtig, komischerweise. Wenn man selbst mitläuft, bekommt man einen anderen Blick für die Verordnungen. Ich finde die Arbeit tatsächlich nötig.“ Ines Zuparitsch lief zum ersten Mal mit und war erstaunt darüber, wie häufig Kinder und Erwachsene einfach vergaßen, dass es für sie gefährlich sein kann. Nicht selten versuchten die Sammler, noch schnell etwas zu ergattern, bevor das Rad darüber fuhr. Ein gefährliches Unterfangen, dass die Radläufer, die im Sicherheitskonzept für Karnevalszüge auch als Wagenengel bezeichnet werden, notwendig macht.