Ganz schön sicher
20.04.2010 | 19:00 Uhr 2010-04-20T19:00:00+0200
Velbert. Kripobericht Kreis Mettmann für 2009 vorgelegt: mehr Straftaten und höhere Aufklärungsquote
Solch schreckliche Taten wie die unglaublich brutale Attacke gegen die kleine Kassandra oder – erst kürzlich – der Übergriff eines prügelnden Pärchens auf Fahrgäste in der S-Bahn – sie spiegeln nicht den Alltag im Kreis Mettmann, bilden die Ausnahme. Denn in den zehn zugehörigen Städten lebt es sich relativ sicher, nachweislich deutlich sicherer als andernorts. „Das ist für andere Städte schon eine beneidenswerte Situation“, findet denn auch Landrat Hendele.
Ein Lage-Indikator ist die so genannte Kriminalitätshäufigkeitszahl (KHZ). Hierbei handelt es sich um die Zahl der bekannt gewordenen Fälle insgesamt oder innerhalb einzelner Deliktsarten, und zwar bezogen auf 100 000 Einwohner. Sie gibt – anders ausgedrückt – Auskunft darüber, wie hoch das Risiko ist, Opfer einer Straftat zu werden. Im zurückliegenden Jahr betrug sie 6306. „Verglichen mit dem Umland, vor allem mit den Großstädten, ist die Region Mettmann einer der sichersten Bereiche des Landes”, sagt Kriminaldirektor Ralf Stetza, der im Gespräch mit der WAZ den Bericht der Kreispolizeibehörde für 2009 erläuterte. NRW-weit liegt die KHZ bei 8133.
Allerdings: Nach einem überproportional starken Rückgang in 2008 ist nun die Gesamtkriminalität leicht um 1,6 Prozent gestiegen. „Erwartungsgemäß“, fügt der Chef der Kriminalpolizei hinzu. „Die Sinkrate war zuletzt wirklich enorm, und dass dieser Sinkflug so weitergeht, hat keiner geglaubt.” So wurden insgesamt 31 478 Straftaten registriert: 484 Delikte mehr als 2008. Hierbei handelt es sich wohlgemerkt um das so genannte Hellfeld, also offiziell registrierte Straftaten. Die Langzeitbetrachtung zeigt übrigens, dass es sich bei der Fallzahl um den zweitniedrigsten Wert der zurückliegenden acht Jahre handelt.
Erfreulich sind aus Sicht der Praktiker vor allem die rückläufigen Fallzahlen in den Bereichen Wohnungseinbruch, Jugend- und Kfz-Kriminalität. Nicht minder erfreulich: Mit 15256 geklärten Fällen lag die Aufklärungsquote bei 48,5 % und somit 1,2 Punkte über der Rate von 2008.
Die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche hatte besondere Priorität. Hier hat die Kreispolizei mächtig getrommelt, Prävention betrieben, ist sie „Gemeinsam aktiv“. Mit Erfolg. Gab’s 1999 eine Spitze mit 1690 Delikten, meldet die Behörde jetzt einen überproportionalen Rückgang auf aktuell 996 Fälle, sämtliche Versuche inbegriffen.
Eine andere Aufgabe hat leider an Bedeutung gewonnen: Bei den so genannten Aggressionsdelikten wie der gefährlichen oder schweren Körperverletzung sowie häuslicher Gewalt gab es Anstiege. Ein Thema, das die Polizeiführung sehr ernst nimmt und angeht.
"Seit Jahren eigentlich der unspektakulärste Bericht“, resümiert Ralf Stetza – der 60-Jährige macht den Job in Mettmann seit 1994 – und urteilt: „Wir sind mit dem großen Trend durchaus zufrieden.“
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