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Inklusion

Funktioniert das Zusammenleben mit Behinderten in Velbert?

01.03.2016 | 18:25 Uhr
Funktioniert das Zusammenleben mit Behinderten in Velbert?
Kinder mit Behinderung sind in den Kindertagesstätten vor Ort in den alltäglichen Ablauf integriert.Foto: Jörg Schimmel

Stadt und VHS planen Veranstaltungen zum Zusammenleben von Behinderten und Nichtbehinderten. Nach einer Expertenrunde werden Kitas untersucht.

„Ich habe das in der Fußgängerzone schon beobachtet. Dort helfen Außenstehende einem Rollstuhlfahrer, der den Berg nicht hochkommt“, sagt Bernd Tondorf. Das, was der Behindertenbeauftragte der Stadt damit anspricht, versteht er als gelungene Inklusion. Inklusion bedeutet, Menschen mit Behinderung in den Alltag einzubinden, trotz der vermeintlichen Unterschiede zusammen und vor allem gemeinsam zu leben. „In Velbert ist das schon angekommen“, bemerkt Tondorf, „viele wissen, dass wir auch einmal links und rechts gucken müssen.“

Um herauszufinden, wie gut das Zusammenleben mit Behinderten vor Ort tatsächlich funktioniert, aber auch, was verbessert oder verändert werden kann, startet die Stadt Velbert gemeinsam mit der VHS eine Veranstaltungsreihe zu diesem Thema. „Wir wollen wissen, ob es hier noch Schwierigkeiten gibt und wo diese liegen“, erklärt Tondorf, Schirmherr des Aktionstages. Drei Veranstaltungen soll es geben, die die Lebensabschnitte der behinderten Menschen widerspiegeln. Zuerst den Lebenszeitraum von der Geburt bis zur Einschulung, dann das Alter von der Einschulung bis zum Übergang in den Beruf und letztlich das Erwachsenenleben. Das Ziel dieser Inklusionstage bestehe anschließend in der Entwicklung eines Aktionsplanes, um inklusive Prozesse langfristig zu optimieren.

Austausch in einer Diskussion

Der erste Velberter Tag der Inklusion, die Auftaktveranstaltung, soll interessierte Bürger an einen Tisch bringen, um dort gemeinsam mit Experten Erfahrungen und Gedanken auszutauschen. Den Anfang machen die Kindergartenkinder. In diesem Alter werde Inklusion bereits gelebt. „Früher gab es in den Kindertagesstätten insgesamt acht bis neun integrative Gruppen“, erzählt Tondorf. Seit diesem Jahr gebe es allerdings neue Bestimmungen, die Finanzierung wurde umgestellt, so dass die Kinder nicht länger in Gruppen, sondern als einzelne Personen gerechnet werden. Das sei sinnvoll, sagt auch Sozialdezernent Holger Richter: „Wir wollen Inklusion leben, wir wollen, dass die Kinder ganz normal am Alltag teilhaben.“ Pro Jahr rechnet die Stadt mit 46 behinderten Kindern, die in den Kindergärten untergebracht sind. Bis zum letzten Jahr wurden diese in integrativen Gruppen betreut, was zur einer Konzentration behinderter Kinder in einzelnen Kindertagesstätten geführt habe. Nun mischen sich die Kinder in den Kindergärten.

Nachdem die vier Kindertagesstätten gezeigt haben, wie Inklusion in der Praxis funktioniert, indem sie gemeinsam getanzt, getrommelt und Theater gespielt haben, können im Anschluss alle Beteiligten gemeinsam mit Erziehern und Pädagogen in eine Podiumsdiskussion einsteigen. „Wir sind gespannt auf Impulse und Ideen“, betont Tondorf. Im nächsten Jahr, am zweiten Tag der Inklusion, sollen dann Schulkinder in den Fokus rücken, „hier wollen wir allerdings mehr den Bereich Freizeit in den Blick nehmen.“

Lisa Lilienthal

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2016-03-01 18:25
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