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Für ganz viele die richtige Wahl

04.02.2009 | 18:31 Uhr

Zu Gast bei der WAZ: Engelbert Schmitz. Der erfahrene Praktiker arbeitet in dem neuen Beirat "Qualitätsoffensive Hauptschule" mit. Direkter Draht zur Ministerin statt langem Dienstweg

Engelbert Schmitz Foto: DET

Er kann es einfach nicht lassen: Mehr als vier Jahrzehnte war Engelbert Schmitz im Schuldienst. Erst an der Volksschule, danach als Grundschullehrer und -leiter und zuletzt - 24 Jahre lang - als Leiter der Gemeinschaftshauptschule "Am Baum". Das Thema lässt den 67-Jährigen offensichtlich auch im Ruhestand nicht los. Denn jetzt wurde der Velberter in den neuen Beirat "Qualitätsoffensive Hauptschule" berufen. WAZ-Redakteur Klaus Kahle sprach mit ihm über seine Aufgaben und Positionen.

Warum arbeiten Sie in dem neuen Beirat mit?

Schmitz: Ich will an diesem Konzept mitarbeiten, damit die Hauptschule eine weitere Chance bekommt, als Schulform in dem gegliederten Schulwesen ihren Platz zu behaupten.

Erhoffen Sie sich von diesem Gremium handfeste Veränderungen und Verbesserungen und besitzt es dafür auch den nötigen Einfluss?

Schmitz: Natürlich gehe ich mit Hoffnungen an die Sache. Zumal der Beirat einen direkten Draht zur Ministerin hat, während ich früher ja immer einen langen Dienstweg gehen musste.

Hat die Hauptschule einfach "nur" ein mieses Image oder gibt´s handfeste Probleme?

Schmitz: Probleme hat jede Schulform. Und dass ein von außen übergestülptes Image nie die Realität spiegelt und man es trotzdem zurechtrücken kann, das haben wir Am Baum über Jahre bewiesen.

Welche sind die wichtigsten Schwachpunkte?

Schmitz: Die Regularien des Schulübergangs verführen häufig zu Weichenstellungen, die nicht den Leistungen entsprechen. Zweitens: Die interne Organisation - z. B. häufige Raum- und Lehrerwechsel - geht zu sehr auf Kosten des Unterrichts.

Wo liegen die Stärken dieser Schulform?

Schmitz: Die Lehr- und Unterrichtsmethoden sind über viele Jahre so entwickelt worden, dass sie dem Leistungsvermögen der Schüler entsprechen. Sehr gut ist auch das Klassenlehrer-Prinzip.

Und für welche Schüler ist sie die richtige Wahl?

Schmitz: Potenziell für gut und gerne 60 Prozent aller Schüler.

Was muss denn ganz dringend geändert und verbessert werden?

Schmitz: Die Zahl der Schüler ohne Abschluss ist zu hoch. Und die Sprache kommt viel zu kurz.

Das blödeste Vorurteil gegenüber der Hauptschule ist . . .

Schmitz: Hauptschüler bekommen keine Lehrstelle.

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