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Kreis setzt jetzt mit Projekt in Kitas an

Früh übt sich ...

11.02.2011 | 19:00 Uhr
Früh übt sich ...

Velbert. Pizza, Pommes und Pasta führen unangefochten die Liste der Lieblingsgerichte unserer Kinder an. Doch wer sich überwiegend von solchen Speisen ernährt, der läuft Gefahr, seine Gesundheit zu gefährden. Eine ausgewogene Ernährung von Anfang an ist dagegen die beste Basis, um die Gesundheit zu fördern und dem immer häufiger in unserer Gesellschaft bereits bei kleinen Kindern anzutreffendem Übergewicht vorzubeugen.

Da die Betreuungszeiten in den Kindertagesstätten zunehmend ausgebaut werden, werden dort auch viele Essgewohnheiten erworben.

Nachdem der Kreis Mettmann mit dem „Lott-jonn“-Programm Bewegung in die Einrichtungen gebracht hat, unterstützt er nun mit dem Projekt „Gut essen lernen“ eine Optimierung des dortigen Speisenangebots.

Mit dabei bei der Initiative ist auch die katholische Kita St. Paulus (Am Hardenberger Hof 30). „Bei uns hat zunächst unser ganzes Team Fortbildungen zum Thema Ernährung besucht“, berichtet die Leiterin Margarete Stukenbrok. Anschließend hat man im Kindergarten damit begonnen, eine Ist-Analyse vorzunehmen. „Wir haben den Kindern in den Gruppen Ernährungsampeln aufgeklebt.“ Bei Rot sammelten die Kinder Bilder von Dingen wie Bonbons oder Nutella, auf die man möglichst verzichten sollte. Bei Gelb gab es Speisen, die manchmal gegessen werden dürfen, wie etwa Pommes oder Ketchup, und bei Grün fanden sich ausschließlich die richtig gesunden Sachen wie Obst, Fisch und Gemüse. Auf diese Weise prägten sich gesunde Lebensmittel ein.

Darüber hinaus wurden durch Elternabende auch die Erziehungsberechtigten mit eingebunden. „Die waren oft ganz überrascht, wenn sie dort hörten, dass in einer Flasche Ketchup 50 Stückchen Zucker drin sind“, erinnert sich die Leiterin, die sich mit einer weiteren Kollegin zusätzlich zur Ernährungsexpertin schulen lässt.

Erfolge sind bereits jetzt abzusehen. „Bei uns bringt kein Kind mehr eine Milchschnitte zum Frühstück mit, da erziehen die Kinder sich inzwischen untereinander.“ Unter die Lupe genommen, wurde darüber hinaus auch der Mittagstisch, der von einem Caterer angeliefert wird. Über vier Wochen lang hat man den Speiseplan zusammen mit dem Amt analysiert und optimiert. „Da wurde z. B. genau ausgerechnet, wie viel Fett eine Speise enthält und wie hoch dann noch der Fettanteil der dazu gereichten Milch sein darf.“

Frisch gekocht wird dagegen in der Integrativen Kolping-Kindertagesstätte Bartelskamp (Bartelskamp 58). „Wir hatten schon vor drei Jahren an einem Programm der deutschen Gesellschaft für Ernährung teilgenommen“, erklärt Leiter Bernd Weber-Engels, „darum hat der Kreis bei unserer Ist-Analyse nicht so viel gefunden.“ Dennoch hat man noch dazu gelernt, z. B. beim Zubereiten des Mittagessens auf Fertigprodukte wie Tütensoßen zu verzichten. Außerdem wurde der Kita geraten, mal mehr zu Hülsenfrüchten wie Linsen oder Erbsen zu greifen. Auch beim Frühstück, das in der Kita zubereitet wird, stehen schon seit längerem gesunde Vollkornprodukte, Obst und Gemüseschnitzel auf dem Programm.

Gesundes Essen ist auch in dieser Kita schon lange nichts Besonderes mehr, wohl aber, wenn der Leiter selbst zum Kochlöffel greift. „Ein Mann, der kochen kann, scheint für viele Kinder immer noch ein ungewohntes Bild zu sein“, musste er dabei feststellen.

Birgit Hölker-Schüttler

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2011-02-11 19:00
Velbert