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Fruchtbares BrachLand

04.06.2007 | 13:45 Uhr

Kunstverein fördert Menschen mit psychischen Erkrankungen und bringt ihre Werke in die Öffentlichkeit.Derzeit Ausstellung von Gabriele Wiel in der Sparkassen-Hauptstelle

"Ich lass' mich zwar nicht persönlich blicken, aber meine Bilder lassen sich sehen." So erklärt die Düsseldorfer Künstlerin Gabriele Wiel, dass sie eine Auswahl ihrer Werke (noch bis zum 8. Juni) in der Sparkassen-Hauptstelle zeigt, selbst aber ungesehen bleiben will. Sie hat ihre Gründe. Gründe, die der Velberter Kunstverein "BrachLand" kennt und nachvollziehen kann. Denn "BrachLand" engagiert sich für künstlerische Außenseiter, deren Begabung ohne engagierte Förderung unentdeckt bliebe. "Der Verein baut Brücken zwischen ihnen, die wegen psychischer und sozialer Probleme der Förderung bedürfen und der etablierten Kunst durch Ausstellungen und Verkauf ihrer Werke, Vermittlung von privaten oder öffentlichen Aufträgen, Kontaktvermittlung zu künstlerischen Bildungseinrichtungen, Ateliers, Galerien und Museen." So beschreibt der derzeit 17 Mitglieder starke Verein seine Ausrichtung.

Gabriele Wiel ist eine von vielen Künstler/innen, die über "BrachLand" den Weg in die Öffentlichkeit suchen und finden, aber selbst nicht "draußen" vor Ort auftreten müssen. Eine von vielen, die unter einer psychische Erkrankung leiden und die Kunst als Medium nutzen, um sich auszudrücken, auszuleben, aus dem "Aus" herauszukommen.

"Es ist unglaublich, was diese Menschen zu schaffen in der Lage sind", weiß der Vereinsvorsitzende Dr. Karl Erb, promovierter Philosoph und Sozialwissenschaftler, aus Erfahrung. "Ob Bilder oder Skulpturen, die Außenseiter-Kunst gibt ungeheuer viel her," so Erb. Für den Künstler als auch für den Betrachter. So hält Gabriele Wiel ein interessantes, sehenswertes Spektrum an Kreidekunst-Bildern vor, die in ihrer Art ein wenig an Keith Haring erinnern. Aber nur ein wenig, denn die 37 Jahre alt Künstlerin hat ihren eigenen Stil entwickelt. Sie titelt mit Namen wie "Der Traum", "Irre Kontinente", "Katzenmenschen", "Chaotisches Ich" oder "Sehendes Herz" und gibt diesen Namen sichtbare und nachvollziehbare Inhalte. Sie ist auch bereit, das ein oder andere Bild zu verkaufen, "niemals aber das ,Tanzende Paar ' ", so Erb. Nun, sie wird ihre Gründe haben. Die Künstlerin selbst sagt schlicht: "Eine Erkrankung kann auch schöne Seiten haben."

"BrachLand" versteht sich als Sprachrohr der psychisch Kranken und hebt sie mittels ihrer Kunst in die Öffentlichkeit, lässt sie so am normalen, alltäglichen Leben teilhaben. "Deshalb sind wir in diesem Jahr auch wieder mit Aktionen präsent", so Karl Erb. Etwa am 25. August beim Velberter Tag der Behinderten. Das Motto: "Ich mag mich!" Und "BrachLand" bietet eine Kunstaktion von und mit Kindern. Ebenfalls in diesem Sommer ist eine Ausstellung in der SPD-Galerie im Willy-Brandt-Zentrum an der Schlossstraße vorgesehen. Und im Dezember soll eine Gemeinschaftsausstellung mit dem Essener Verein "Unart", der eine ähnliche Ausrichtung wie "BrachLand" hat, und mit Werken aus der Privatsammlung Demirel im Velberter Finanzamt gezeigt werden. Wie "BrachLand" zu seinen Künstlern kommt? "Ganz einfach", so Karl Erb. "BrachLand macht Werbung und die Künstler melden sich."

Von Ellen Wiederstein

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