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Freunde treffen unter der Brücke

20.05.2012 | 15:10 Uhr
Freunde treffen unter der Brücke
Am Freitag, 18. Mai, besuchen Mobiler den Wohmobilparkplatz unter der Saubrücke in Velbert. Foto: Uwe Möller

Velbert.  Seit drei Jahren besteht auf Anregung des Ehepaars Ursel und Bernd Huster die Möglichkeit, Wohnmobile auf dem idyllischen Parkplatz direkt unter der Saubrücke einzustellen.

Seit drei Jahren besteht auf Anregung des Ehepaars Ursel und Bernd Huster die Möglichkeit, Wohnmobile auf dem idyllischen Parkplatz direkt unter der Saubrücke einzustellen. Inmitten der einzelnen Mobilheime aus Neuss und Belgien ragen zurzeit sechs imposante Gefährte Kopf an Kopf nebeneinander auf. Davor hat eine neunköpfige Clique ihre Campingtische zu einer langen Tafel aufgebaut. „Wir sind eine lose Gemeinschaft von meist zehn Wohnmobilbesitzern, die sich über ihr gemeinsames Hobby, das Surfen, kennen gelernt haben“, erläutert Hayo Roters. Er selbst kommt aus Münster, während der Rest der bunten Truppe aus Rheine, Hannover, Gütersloh – und ja, auch aus Velbert stammt. „Wir wohnen in Tönisheide“, lacht Michaela Wieseler. Ihrer Einladung nach Velbert ist der Rest, der sich alle zwei Monate, bei vielen freien Tagen wie im Moment durch die Brückentage auch öfter, überall auf Einstellplätzen im ganzen Land trifft, gerne in die Schlossstadt gefolgt. Dabei sind alle ganz begeistert von dem schönen Fleckchen Erde im Schatten der riesig aufragenden Brücke. „Man sieht seine eigene Stadt plötzlich mit ganz anderen Augen, wenn man sie Besuchern zeigt“, lobt selbst die Tönisheiderin begeistert ihre Heimat.

Tagsüber bricht die Gruppe regelmäßig zu Ausflügen mit dem Fahrrad auf, so hat man heute schon etwa dreißig Kilometer des Panoramaradweges in Richtung Heiligenhaus/Wülfrath hinter sich gebracht. Vorher musste allerdings der weibliche Teil der Gemeinschaft noch Wichtigeres erledigen. „Egal, in welcher Stadt wir sind, als erstes gehen wir shoppen“, freut sich Sabine Maisner. Und auch heute war die Ausbeute gut, wie die zufrieden strahlenden Gesichter verraten. Grund genug für Ursel Huster, die zusammen mit ihrem Mann die offiziell von der Stadt abgesegnete Patenschaft für den Platz übernommen hat, auch den wirtschaftlichen Faktor den die Gäste ausmachen, zu betonen. „Wir haben hier einen Briefkasten montiert, in den die Mobilisten ihre Kaufbelege werfen. Allein im April kamen so 650 Euro für Einkäufe und Lebensmittel zusammen.“ Denn obwohl alle Wohnmobile komplett mit Herd, Tiefkühlschrank, fließendem Heißwasser und sogar Backöfen ausgestattet sind, betont Hayo Roters: „Wir fahren immer leer los, früher hatten wir schon mal eingekochte Gerichte dabei, aber heute kriegt man ja fast rund um die Uhr überall was zu kaufen.“

Auch sonst muss niemand unterwegs auf den von zu Hause gewohnten Luxus verzichten. „Wir haben Duschen, Fernseher, Internet, Klimaanlage, eine gut funktionierende Heizung und zum Brötchenholen Motorroller sowie natürlich unsere Fahrräder dabei.“ Auch gefroren haben die Mobilisten bisher noch nicht, auch nicht bei einem ihrer vielen Reisen nach Griechenland, Tunesien, Sardinien oder Korsika. „Das Millennium haben wir bei minus 26 Grad in Italien verbracht, da haben wir ein riesiges Partyzelt aufgebaut und drum herum eine Bar aus Eis, das war optimal“, erinnert sich der Münsteraner.

Auf ihren Städtetouren verweilen die Reisenden nie lange, denn im Gegensatz zu Campern nutzen Mobilisten Einstellplätze, die offiziell nur drei Tage besucht werden dürfen, wobei wohl bei friedlichen Gästen schon mal das ein oder andere Auge zugedrückt wird. Das nächste Ziel für das lange Pfingstwochenende hat die Gruppe auch schon ins Auge gefasst: „Dann treffen wir uns in Wesel.“

Birgit Hölker-Schüttler



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