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Franziskus sei Dank

05.10.2008 | 18:46 Uhr

Tierwallfahrt lockt Zwei- und Vierbeiner nach Neviges. Und auch der 23-jährige Donna Knispel wollte sich den kirchlichen Segen von Pater Roland nicht entgehen lassen

Ob zwei- oder vierbeinige Wallfahrtsteilnehmer: Den Segen bekamen alle Gottesgeschöpfe, die sich am Sonntagmorgen auf dem Pilgerplatz vor der Wallfahrtskirche in Neviges eingefunden hatten. Fotos: WAZ, Uwe Vogler

Schon von Weitem ist lautes Gebell zu hören. Auf dem Domvorplatz haben sich zahlreiche Herrchen und Frauchen samt Hunden, Hamstern und anderen Tieren versammelt. Bei Sonnenschein und zwischen Herbstlaub warteten alle auf die Tiersegnung. Besonders ungeduldig: Donna Knispel, ein 23jähriger Westfale. Er hat Sandra Stümpel hier hergebracht.

Seit zehn Jahren ist sie seine Besitzerin und freut sich, dass ihr Pferd sich trotz des Alters bester Gesundheit erfreut. Aber sie denkt auch an das Leben danach: "Vielleicht kommt er mit dem Tiersegen ja in den Himmel, wenn er nicht mehr ist." Sie selbst ist auch gläubig. "Aber ich hoffe, es ist nicht schlimm, dass ich evangelisch bin." Doch bei der Tiersegnung ist die Religionszugehörigkeit nicht wichtig. Sandra Stümpel und ihr Donna Knispel sind das erste Mal mit dabei. "Vorher stand Knispel in Langenberg, da war der Weg einfach zu weit." Aus dem Stall im Windrather Tal dagegen konnten die beiden problemlos zum Domplatz reiten.

Doch die fehlenden Stallgenossen und die vielen andere Tiere machen den Westfalenwallach sichtlich nervös. Er dreht und wendet sich, sucht nach Artgenossen - zu finden sind aber nur zwei Esel, die beruhigen nicht wirklich. Und dann kommt Pater Roland, mit einem Kreuz in der Hand - kurz zuvor hat er noch vor den Kulissen geschimpft, "irgendwie klappt alles nicht so richtig." Schließlich sei er so aufgeregt - eine Tiersegnung gibt es eben nur einmal im Jahr. Pater Roland geht auf den Westfalen zu. Donna Knispel ist skeptisch, doch der Pater bricht das Eis: "Na, wie alt bist du? 23? Na schön, ich bin 75 Jahre."

Dann geht's los: Uta Schokolinksi von "Tiere in Not" hat einen grünen Papagei namens Felix mitgebracht. Auch wenn der Franziskusgottesdienst mit Tiersegnung in diesem Jahr unter "Franziskus und die Vögel" abgehalten wurde, war der grüne Papagei der einzige Vogel, der in Sicht war.

Immerhin war es zwar ein sonniger, aber kalter Herbsttag. Und so überwogen die Hunde samt Herrchen, die dem Gottesdienst lauschten und auf Gottes Segen warteten. Und dieses Jahr hatte der Franziskanerorden noch etwas besonderes zu feiern: Das 800-jährige Bestehen des Ordens, den Franz von Assisi gründete und mit dem er eine "herzliche Nähe für jegliche Kreatur aufbrachte. Egal ob es sich um einen Vogel, einen Hund oder einen bösen Wolf handelte", so Pater Roland.

Er appelliert: "Vergesst nicht die Tiere in Not" - und vor allem auch jener Tiere zu gedenken, die krank sind und so nicht bei der Tiersegnung dabei sein konnten. "Sie verlangen Schutz, brauchen Geborgenheit und Nahrung. Bewahrt und beschützt die Tiere und gebt ihnen ein Zuhause."

Fotostrecke unter www.derwesten.de/velbert

Von Isabel Papke

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