Fraktionsvertreter begutachten Bauland Amsembourgallee

In der Diskussion: Stadtplaner Tim Edler und Anke Vollmer, Leiterin der evangelischen Grundschule.
In der Diskussion: Stadtplaner Tim Edler und Anke Vollmer, Leiterin der evangelischen Grundschule.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Vertreter der Ratsfraktionen und der Stadtverwaltung sahen sich am 17. Juni mit Anwohnern das Gelände rund um die Ansembourgallee an. Die Stadt will hier Wohnraum ermöglichen.

Vor der sachlichen Diskussion war der Zorn. „Sie sind dabei, alles wild zu bebauen. Warum muss man eine gewachsene Gegend kaputt machen?“, schimpfte eine Anwohnerin. Vertreter der Ratsfraktionen und der Stadtverwaltung sahen sich am Mittwochabend das Gelände rund um die Ansembourgallee an. Auf 42 500 Quadratmetern will die Stadt nach dem geplanten Abriss der ehemaligen Sonnenschule hier hochwertigen Wohnraum ermöglichen.

Was die Anwohner vor allem auf die Palme bringt: Für den Bau der schicken Einfamilienhäuser müssten jede Menge alter Bäume gefällt werden. Es geht um drei Teilbereiche: Die Fläche parallel zur Ansembourgallee, dann um den Grüngürtel entlang des Reiger Weges und drittens um das parkähnliche Gelände an der Emil-Schniewind-Straße, dort, wo früher das Ehrenmal stand.

Entgegen ursprünglicher Planungen, hier auf der einen Seite des Pfades drei und auf der anderen Seite sechs Häuser zu bauen, stellte Stadtplaner Tim Edler gleich zu Beginn des Rundgangs die abgemilderte Version vor: zwei Häuser rechts, vier links. Also insgesamt drei weniger. Beruhigen konnte das die Anwohner nicht so recht. Ihr Wunsch: gar nicht bauen.

„Es ist immer das gleiche: Alle sagen, bitte nicht hier“, entgegnete Manfred Bolz, CDU-Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Umwelt- und Planungsausschusses. Doch hat er auch Verständnis für die Sorgen der Anwohner, vor allem, was die geplante Bebauung entlang des Reiger Wegs mit zweigeschossigen Penthäusern betrifft. Pro Haus ist von sechs Wohneinheiten die Rede. „So nicht, da machen wir nicht mit. Da erwarten wir von der Verwaltung neue Vorschläge.“ Was jedoch nicht bedeute, „dass ich für gar nichts bin“, so der Vorsitzende des Fachausschusses. Insgesamt müssten die Pläne „weiter herunter geschraubt werden“. Die Vorstellungen zur Bebauung des Reiger Wegs stießen schon im Bezirksausschuss bei allen Fraktionen auf Widerstand.

Als Architekt sieht Anwohner Ulrich Leschhorn den Reiger Weg noch aus einer weiteren Perspektive: „Mir graut es, hier auch nur ein einziges Objekt hinzusetzen. Das ist aus städtebaulicher und verkehrstechnischer Sicht absolut nicht zu vertreten. Diesen Grüngürtel zu vernichten, das ist Frevel.“ Was allen positiv auffiel: Die Geduld, mit der Stadtplaner Tim Edler auch weit nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung mit den Anwohnern diskutierte.