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Fenster bleiben in Langenberger Altstadt aus Holz

26.02.2016 | 09:00 Uhr
Fenster bleiben in Langenberger Altstadt aus Holz
Keine Fenster aus Aluminium oder Kunststoff wird es geben und auch sonst wird man nicht von den Vorschriften in den Erhaltungs- und Gestaltungssatzungen abweichen.Foto: Uwe Möller

Langenberg.   Ein Bürger forderte die sofortige Aufhebung der Erhaltungs- und Gestaltungssatzung für Langenberg. Stadt und Politik haben dies aber aus Denkmalschutzgründen abgelehnt.

Warum Holzfenster anbringen, wenn welche aus Kunststoff doch mittlerweile genauso aussehen, billiger und praktischer sind? Das dachte sich scheinbar ein Hauseigentümer, der sein Gebäude sanieren wollte und forderte sogleich die Stadt auf, die geltenden Vorschriften, die sogenannten Erhaltungs- und Gestaltungssatzungen, im historischen Altstadtbereich aufzuheben. Denn laut diesen dürfen Materialien eben nicht aus Plastik sein.

Hella Naumann von der Denkmalpflege der Stadt Velbert sieht genau hin. Denn das, was denkmalgeschützt ist, soll auch so bleiben. „Es sind viele Fördergelder geflossen, um Sanierungen zu ermöglichen“, berichtet sie aus der Vergangenheit. Diese gab es durch die für die Eigentümer entstehenden Mehrkosten aufgrund von Denkmalschutzauflagen. Diese Gelder aus Förderprogrammen sind heutzutage aber nicht mehr so einfach zu bekommen.

Für viele kein Problem, für manche aber offensichtlich ein Grund, mit anderen Werkstoffen als den bislang genutzten zu liebäugeln. Das kann Naumann nicht verstehen: „Echte Holzfenster kann man auf den ersten Blick von Kunststofffenstern unterscheiden“, findet sie. Optisch gewinnt das Holz, aber dieses sei mittlerweile auch moderner geworden, so Naumann: „Was die Dämmung angeht ist man heutzutage natürlich viel weiter, da gibt es keinen Qualitätsunterschied mehr.“ Nur bei der Pflege seien Kunststofffenster einfacher, denn diese muss man nur abwaschen, Holzfenster hingegen ab und an streichen. „Aber dennoch gilt: Holz ist für Fenster an Baudenkmäler das beste Material.“

Antrag abgelehnt

Hört man sich um, finden auch viele Langenberger: Finger weg von den Satzungen, die unser Stadtbild schützen. „Es sind ja nicht nur Fachwerkhäuser, sondern auch Klinkerbauten oder Putzbauten mit Struck“, ergänzt die Denkmalschutzbeauftragte. Wegen all dieser Gründe lautete dann die Beschlussempfehlung bezüglich des an die Stadt gestellten Antrags des Bürgers: Ablehnen. Und im Haupt- und Finanzausschuss taten es die Mitglieder dann auch am Dienstag.

Langenberg gehört zu dem, wie Naumann betont, privilegierten Kreis historischer Stadt- und Ortskerne in NRW und das soll ihrer Meinung nach auch so bleiben: „Es kommen deswegen auch viele Touristen.“ Dass sich ein Hauseigentümer wegen der Auflagen keine Sanierung habe leisten können, wie von dem Bürger kritisiert, sei ihr noch nicht zu Ohren gekommen. Doch ein wenig wird sich doch noch was tun an den Satzungen, erklärt Naumann: „Wir werden diese noch ein wenig abändern, an manchen Stellen ist sie nicht mehr ganz zeitgemäß oder muss konkreter werden.“

Katrin Schmidt

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2016-02-26 09:00
Velbert