Familienkonzert im Velberter Forum Niederberg überzeugt

Musikwissenschaftlerin Dr. Ulrike Schwanse führte gekonnt und informativ durch das kindgerechte Familienkonzert, bei dem auch Erwachsene auf ihre Kosten kamen.
Musikwissenschaftlerin Dr. Ulrike Schwanse führte gekonnt und informativ durch das kindgerechte Familienkonzert, bei dem auch Erwachsene auf ihre Kosten kamen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Vivaldi und Tchaikovsky mit dem Studentenorchester Münster standen beim Familienkonzert im Velberter Forum Niederberg auf dem Programm. Durch dieses führte Ulrike Schwanse.

Velbert..  Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ waren es nicht, die das Studentenorchester Münster zunächst auf die Bühne des Forums Niederberg beim traditionellen Familienkonzert brachte, eher die fünfte Jahresjahreszeit, der Karneval. Und so betrat dann auch eine maskierte, schwarz gewandete Gestalt die Bühne und zog die Blicke von rund 120 Kindern und Jugendlichen auf sich: Dr. Ulrike Schwanse.

Auch Komponist Peter Tchaikowsky habe durch die Jahreszeiten geführt, erläuterte Schwanse ihren Auftritt. Dialogisch führte die Musikwissenschaftlerin durch die gut einstündige Darbietung, bei der vor allem die Vier Jahreszeiten von Antonio Vivaldi im Mittelpunkt standen.

Gastauftritt von Schülern

„Vor ungefähr 300 Jahren komponierte er genau zwölf Sätze.“ In der Zeit des Barock habe es auch noch keine Dirigenten gegeben. So beschäftigte Amelie (10) dann auch gleich die Frage, warum Dirigenten später aber schon notwendig waren. Doch lange blieb sie nicht bei dieser Frage, begeistert erzählte sie von der Musik: „Ich wäre bei zwei Stücken beinahe eingeschlafen, weil es so entspannend und schön war.“ So saß sie wie viele andere Kinder im Publikum und lauschte den harmonischen Klängen.

Doch nicht nur, denn Ulrike Schwanse forderte mehrmals zum Mitmachen auf, als es beispielsweise galt, das Donnern darzustellen. Sie erläuterte Vogelstimmen, Wind und Wetter und wurde dabei von Schülern und Schülerinnen der 2. Klasse der Ludgerusschule unterstützt, die einen Frühlingstanz aufführten.

Auf der Bühne war auch Christin (7) dabei, der wie vielen anderen das Donnern ganz besonders gefiel: Alle durften mit den Füßen trampeln und das Grollen unterstützen. Im Grunde war für jede Altersklasse etwas dabei, auch bei den Erklärungen.

Fast doppelt so viele Erwachsene

Ein kurzweiliger Nachmittag mit wunderschöner Musik, der gleichzeitig das allgemeine Musikwissen förderte. „Ich fand die Erklärungen gut: welcher Teil des Orchesters bei was spielt“, reflektierte Raja (10). So ließ es sich Musikwissenschaftlerin Ulrike Schwanse nicht nehmen, gemeinsam mit dem Orchester die Notwendigkeit eines Dirigenten oder Konzertmeisters zu demonstrieren, Unterschiede des Musik aus Romantik oder Barock herauszuarbeiten oder Spieltechniken zu zeigen.

Dass Familienkonzerte nicht nur für Kinder sind, zeigte der Kartenverkauf: von rund 350 Karten waren nur knapp 120 an Kinder bis 14 Jahren verkauft worden.