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Nach dem Feuer

Familie steht nach dem Feuer im Langenhorst vor dem Nichts

14.02.2012 | 16:17 Uhr
Familie steht nach dem Feuer im Langenhorst vor dem Nichts
Auf der Rückseite des Wohnhauses kämpfte die Feuerwehr gegen die Flammen. Foto: Feuerwehr

Velbert.   Familie Petermann aus dem Langenhorst steht vor dem Nichts. Der Brand in ihrem Haus, ausgelöst durch einen technischen Effekt, hat ihnen fast alles genommen. Insgesamt bezifferte die Feuerwehr den entstandenen Schaden nach ersten Schätzungen auf rund 150 000 Euro.

Es ist kurz vor sieben in der Früh, als das Ehepaar Petermann durch ein Geräusch aus dem Schlaf gerissen wird. „Es hörte sich an, als wenn eine Kehrmaschine vor dem Haus vorbeirauscht“, erzählt Wolfgang Petermann. Aber ein Blick durch die Jalousien machte ihm schnell klar, dass eine andere, für ihn viel folgenreichere Ursache hinter dem Lärm steckte: „Ich sah die Flammen bereits aus unserem Wintergarten schlagen.“

Geistesgegenwärtig verlässt der Rentner zusammen mit seiner gehbehinderten Frau Marita das Reihenmittelhaus im Langenhorst – nicht ohne vorher noch die im Altbau des Hauses lebende Schwiegermutter herauszuholen.

Wie die Ermittlungen der Fachleute später ergeben, hatte ein technischer Defekt des Katalytofens, mit dem der Rentner bereits seit Jahren den Wintergarten frostfrei hält, den Brand ausgelöst. Dabei brannte nicht nur dieser als Winterunterschlupf für die Pflanzen genutzte Raum völlig aus; über die Holzverkleidung des Balkons griff das Feuer auch auf den Schlaf- und Wohnraum des Hauses über. „Die Räume, die nicht von dem Feuer vernichtet wurden, wurden durch den Ruß und das Löschwasser zerstört.“ Insgesamt bezifferte die Feuerwehr den entstandenen Schaden nach ersten Schätzungen auf rund 150 000 Euro.

Altbau ist nur noch „eine schwarze Höhle“

Geblieben ist der betroffenen Familie so gut wie nichts. „Nur meine orthopädischen Schuhe und eine dicke Winterjacke habe ich noch gegriffen“, erinnert sich Marita. Ihr Mann hat sich bei einem Nachbarn ein paar Kleidungsstücke ausgeliehen. „Versuchen Sie mal, jetzt noch eine dicke Winterjacke zu bekommen.“ Mit der Tochter hat man mittlerweile die nötigsten Sachen wie Wäscheartikel und Kleidungsstücke besorgt, anderes wird schwieriger zu ersetzen sein. „Es wurden viele Fotos, auch Urlaubsvideos vernichtet, der Autoschlüssel war nicht mehr zu gebrauchen und unsere gesamten Papiere wie EC-Karten, Personalausweise und Führerscheine wurden ein Raub der Flammen“, erzählt der Rentner.

Wolfgang und Marita Petermann

Was beide wohl noch mehr schmerzt, ist der Verlust ihrer gut 170-teiligen Kaffeemühlensammlung. „Die sind so vollgerußt, da kann man nichts mehr mit anfangen.“ Sehr gelitten hat auch die im Altbauteil des Hauses lebende, 85 Jahre alte Mutter. „Seit 1954 haben wir hier gewohnt, da können Sie sich vorstellen, wie das für sie ist, dass von ihren Sachen nichts mehr zu gebrauchen ist“, erläutert Marita Petermann. „Es ist nur noch ‘ne schwarze Höhle“, beschreibt ihr Mann den derzeitigen Zustand des Hauses, das nach den ersten Untersuchungen jetzt wieder betreten werden kann und aus dem er ein paar Dinge wie Versicherungsunterlagen oder Decken retten konnte. Trotz aller Umstände sagen beide: „Wir sind froh, dass wir noch lebend da raus gekommen sind.“

Zurzeit wohnt die Familie im Haus der Gaststätte „Bürgerstube“, die ihnen schnell zwei Zimmer zur Verfügung gestellt hat. Seit heute haben sie auch den Schlüssel für eine Übergangswohnung in der Sternbergstraße in der Tasche. „Da können wir erst mal wohnen, in unser Haus können wir frühstens Ende des Jahres zurück“, bedauert die Rentnerin.

Wenn sie erst mal wieder eigene vier Wände um sich haben, hoffen sie, auch wieder etwas mehr zur Ruhe zu kommen. „Wir suchen gleich mit der Schwiegermutter einen neuen Fernsehsessel aus, damit sie dann auch wieder was eigenes hat.“

Birgit Hölker-Schüttler

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