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Erfrischend neu

15.12.2008 | 20:00 Uhr

"Kommt und seht den heil´gen Stern" mit dem Frauenchor "Arion"und dem MGV Konkordia/Eintracht. Gemeinsames Konzert in der Christuskirche

Zu keiner Jahreszeit wird so viel und mit solcher Begeisterung gesungen und musiziert wie in der Advents- und Weihnachtszeit. Und es besteht dafür in der ganzen Bevölkerung auch ein großes Bedürfnis: Denn die Konzerte sind auch sonst nie so gut besucht. Ein besonderer Konzerthöhepunkt in diesem Jahr war das Weihnachtskonzert des Frauenchors "Arion" 1970 Velbert, das am Sonntagabend in der bestens besuchten Christuskirche unter dem Motto "Kommt und seht den heil´gen Stern" stattfand. Gast war der MGV Konkordia/Eintracht.

Beide Chöre haben seit dem Frühjahr dieselbe neue Chorleiterin: Gabriele Köhler. Chöre wie Zuhörer waren deshalb besonders gespannt, wie sie ihre Chöre neu geformt hat. Die Leiterin hat das Programm selbst zusammengestellt. Beide Chöre fanden es sehr gut und hatten keine Änderungswünsche, wie die Vorsitzende des Frauenchors, Brigitte Kampffmeyer, berichtete. Ungewohnt für die Sängerinnen und Sänger war auch Köhlers Methode bei den Proben: Sie übte die Stimmen nicht mit Hilfe eines Klaviers ein, sondern sang jede Stimme selbst vor - und lehrte damit gleichzeitig Stimmbildung.

Das Ergebnis zeigte der Frauenchor gleich beim Eingangslied "Gloria, lobsinget" von Ryba: ein römisches Hirtenlied. Es erklang außergewöhnlich frisch, begeistert und sauber. Brigitte Kampffmeyer begrüßte Besucher, Ehrengäste und alle Mitwirkenden, unter ihnen den Düsseldorfer Organisten und Pianisten Axel Weggen, der viel zu begleiten hatte.

Wenn man die ersten volkstümlichen Lieder "Leise rieselt der Schnee" und "Kling, Glöckchen" auf dem Programm sah, fürchtete man schon, dass das erfahrene Velberter Publikum unterfordert würde. Aber Gabriele Köhler hatte selbst so gute und witzige Chorsätze dazu geschrieben, dass die Lieder erfrischend neu klangen. Das war auch bei den anderen Chören so, zu denen sie die Sätze geschrieben hatte. Interessant und abwechslungsreich war der überlegte Wechsel zwischen Frauenchor, Männerchor und ihrem Zusammensingen als gemischter Chor.

Der Frauenchor hatte sich unter Köhlers Leitung klanglich deutlich verbessert. Jede Sängerin sang ihren Part, ohne den anderen Raum zu nehmen. So entstand ein guter Zusammenklang, bei dem der Alt am besten war. Alle Stücke waren sauber gesungen, nur bei einem ungewohnten polnischen Lied konnte der Chor die Stimmung nicht halten.

Der MGV Konkordia/Eintracht, nicht mehr so groß wie früher, sang wunderbar geschlossen und dynamisch ausgewogen wie ein Kammerchor. Da gab es kein Fortissimo-Stemmen, die Lautstärke war, vom Piano ausgehend, immer sinnvoll eingesetzt.

Der große gemischte Chor klappte vorzüglich. Langen, großen Beifall gab es nach jedem Lied. Applaus auch für Organist Axel Weggen und sein gekonnt gespieltes, nach Hirtenmusik klingendes Stück von Widor.

Von Friedrich Stang

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