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Epidemic Love entpuppen sich als irrer Knabenchor

23.11.2009 | 10:41 Uhr
Epidemic Love entpuppen sich als irrer Knabenchor

Velbert. Vielseitig, experimentell, bunt: Das Konzert mit Epidemic Love im Velberter Flux lässt sich nur schwer in einem Satz beschreiben. Klar ist nur, dass die Band der Schlossstadtkultur so richtig gut tut.

Zwei Gitarren, ein Bass, Schlagzeug und Gesang. Hört sich arg konventionell an. Die vier Jungs in eine Schublade zu packen, so leicht ist das aber nicht. Epidemic Love beschreibt sein Repertoire selbst als Hard Rock/Metal Songs mit experimentellen Einflüssen, immer geprägt von melodiösen, häufig mehrstimmigen Vocal Parts, freaky Gitarrensoli und solidem Groove.

Eine extrem bunte Mischung, deren Präsentation am Wochenende an der Langenberger Straße im Flux stattfand. Und tatsächlich: Peter Jannusch, Stefan Gräf, Frank Jannusch und Andreas van Ooy boten ein Konzert, das vor Vielseitig strotzte.

Knapp ein Jahr nach Bandgründung und gut zwei Monate nach dem eigenen Festival „Röbbeck Röcks” stand die Band nun also wieder auf der Bühne. Dem Auftakt „Shine again” folgte "Towards Paradise". Ein Song, den wohl viele der Konzertbesucher noch irgendwo im Schrank auf einer alten verstaubten Kassette als Zeugnis ihrer Jugend hüten. Denn, „Epidemic Love” ist zwar erst ein Jahr alt. Bis auf Bassist van Ooy gibt's die Kombi aber schon seit gut 20 Jahren. Frozen Flames, nur einer ihrer alten Namen. Neben „Towards Paradis", erinnerten „I've got better Things to do”, „Happy Hour” oder „Foreign Mind” an die alten Zeiten. Letzteres überraschend in Balladen-Form. „Den Gefallen haben wir einem Freund getan”, so Stefan Gräf.

Von der Ballade bis zur lauten Rock-Nummer

Die Spanne der Lieder ist folglich riesig. Von der ruhigen Ballade „In the shadow of this girl” bis zur rein instrumentalen schwer-lauten Rock Nummer „Throug the decades” begeistern Epidemic Love im Flux alte, gealterte und neue Fans. Besonders: Die Band aus vier Köpfen bietet insgesamt drei Lead-Sänger. Peter Jannusch, eine wahre Sau an der Gitarre, singt quasi im Wechsel mit Stefan Gräf. Skurril wird's, wenn Sänger Nummer drei die Stimme erhebt und gleichzeitig auf sein Schlagzeug eindrischt. Dann hat man im Vordergrund drei stumme Musiker an ihren Saiteninstrumenten, während wie bei „I am sure” Sänger Frank Jannusch sein Gesicht hinter den Becken versteckt.

Drei Leadsänger – nur eine logische Konsequenz. Denn singen, dass können sie eben alle. Den Beweis liefert der rockige Knabenchor im Acapella-Start von „One step too far”, bevor die instrumentale Untermalung einsetzt. Irre.

Zehn Songs brachte Epidemic Love auf die Bühne. Gefolgt von vier Zugaben endet das Konzert schließlich mit „Country Lady”, das dem ohnehin schon facettenreichen Genre-Mix noch mal eben gekonnt die Richtung Folk und Country-Song mitgab. Man darf also gespannt sein, auf das, was da noch kommen mag. Epidemic Love, eine Band, die der Schlossstadtkultur richtig gut tut. Wunderbar.

Saskia Baeck

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