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Entwarnung bei der Pferdeseuche

08.10.2012 | 18:12 Uhr
Entwarnung bei der Pferdeseuche
Neun Pferde musste der Kreisveterinär untersuchen. Bislang gab’s sechs Befunde – alle waren negativFoto: Martin Möller

Kreis Mettmann.   Bei etlichen Tieren in NRW ist eine Blutarmut festgestellt worden, die mit der Nottötung endet. Neun Pferde wurden im Kreis Mettmann untersucht - drei Ergebnisse stehen noch aus, sechsmal war der Befund negativ.

Das Pferd wird immer dünner, es wird schwächer und apathisch. Der Pferdbesitzer sorgt sich, findet keine Ursache für die Probleme. Spätestens bei eintretendem Wechselfieber sowie Wassereinlagerungen in Beinen und Bauch konsultiert er den Tierarzt. Nach einer bei solchen Symptomen üblichen Blutprobe stellt dieser womöglich folgende Diagnose: Equine infektiöse Anämie (EIA). In dem Fall kann das Pferd nur noch notgetötet werden.

In NRW traten unlängst einige Fälle der Blutarmut auf, ein Rennpferd der Kölner Rennbahn wurde bereits notgetötet. 2039 Pferde werden nun landesweit von den Veterinärämtern untersucht. Neun davon leben im Kreis Mettmann. Dr. Joachim Müller vom Kreisveterinärsamt Mettmann gibt für die Velberter Reiter erste Entwarnung: „Die Pferde wurden bereits alle überprüft. Sechs sind negativ getestet worden, bei Dreien steht das Ergebnis noch aus.“

Drei Ergebnisse stehen noch aus

Der Veterinär schätzt die Lage keineswegs kritisch ein, ist der Krankheit gegenüber aber skeptisch. „Das Virus ist verrückt. Es gibt sogar vereinzelt Pferde, die die Blutanämie ein ganzes Leben in sich tragen und niemals Erkrankungsanzeichen vorweisen.“ Übertragen wird die Krankheit meist durch Blut oder Stechtiere. Dr. Müller erklärt, dass die Anämie sich nicht auf Menschen übertragen kann und auch die Übertragung von Pferd zu Pferd durch Sekrete eher unwahrscheinlich ist. Dennoch: „Die Krankheit ist meldepflichtig“, sagt der Tierarzt. Wenn ein Fall in einem Stall gefunden wurde, muss das kranke Tier nicht nur getötet, sondern auch die anderen Pferde im Stall überprüft werden.

Den Stein der „Pferdeseuche“ ins Rollen brachte eine infizierte Blutprobe einer Tierklinik. „Die Blutspenden wurden bislang nicht wie bei den Menschen überprüft“, erklärt Dr. Müller. Auch für den Turniersport könnte der Ausbruch der Anämie Auswirkungen haben, „die Pferdebesitzer sind verunsichert“. Ob die Pferde dann aber regelmäßig einen Bluttest abgeben müssen, ist ungewiss. „Ich könnte mir vorstellen, dass stichprobenhafte Kontrollen im gesamten Pferdebestand des Kreises Mettmann eine Konsequenz sein können.“

Nicht nur der Veterinär zeigt sich zuversichtlich: „Die ganze Pferdeszene im Kreis zeigt sich entspannt und kann es nach meiner Einschätzung auch bleiben.“ Auch die Pferdebesitzer in Velbert verfallen nicht in Panik. In den meisten Freizeitställen ist die Blutanämie überhaupt kein Thema. „Aber natürlich achten wir nun besonders auch auf vereinzelte Symptome“, so eine Einstallerin.

Isabel Nosbers

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