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Städteplanung

Entscheidung über Zukunft der Stadthalle fällt Ende Februar

21.01.2015 | 12:00 Uhr
Entscheidung über Zukunft der Stadthalle fällt Ende Februar
Voraussichtlich Ende Februar klärt sich, ob die Stadthalle eine Zukunft hat.Foto: Uwe Möller

Neviges.   Voraussichtlich Ende Februar fällt die Entscheidung über das Fortbestehen der Stadthalle. Bis dahin erwartet die Stadt die Stellungnahme des Amtes für Denkmalschutz bezüglich der Abrisspläne.

Kommt bald die Abrissbirne oder findet sich eine andere Lösung? Die Entscheidung über die Zukunft der Stadthalle an der Wilhelmstraße wird voraussichtlich „nicht vor Ende Februar“ fallen, erklärte Andreas Sauerwein, Fachbereichsleiter Immobilienservice bei der Stadt Velbert. Dann erwarte man die Stellungnahme des Amtes für Denkmalschutz im Rheinland des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Jene Behörde hatte erwirkt, dass das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wird.

Im November hat die Stadt erneut einen Antrag an die Bauaufsichtsbehörde gestellt, die Stadthalle abreißen zu dürfen. Von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt gibt es dazu bereits grünes Licht. Die vor allem bei vielen älteren Nevigesern beliebte Festhalle ist inzwischen derartig marode, dass sich kein Käufer dafür fand.

Stadt sieht keinen Nutzungsbedarf

„Das Vergabe-Verfahren war im Oktober abgeschlossen, es hat sich kein Interessent gefunden“, so Sauerwein. Die Stadt selbst hat kein Geld für eine dringend notwendige Sanierung, unter anderem müssten Auflagen des Brandschutzes beachtet werden, auch ist das 1928 erbaute Gebäude nicht barrierefrei. Vor allem aber sieht die Stadt keinen Nutzungsbedarf.

Hintergrund
Architekt Henry Prahl prägte die städtebauliche Entwicklung

Die Stadthalle wurde 1928 als Turnhalle geplant und auch erst als solche genutzt. Später, umfunktioniert zu Festhalle, fand dort ein Teil des gesellschaftlichen Lebens statt.

Der Entwurf stammt von Henry Prahl, der auch für die Bauleitung verantwortlich war. Prahl war von 1925 bis 1937 Stadtbaurat in Neviges und hat die Entwicklung dort mitgeprägt.

Die „Akte Stadthalle“ landete beim Amt für Denkmalpflege, weil das Gebäude im historischen Stadtkern liegt. Hier muss bei Veränderungen das Amt gehört werden.

Noch Mitte 2013 hatte die Stadt Velbert den Plan, das Gebäude an die Technischen Betriebe Velbert zu verkaufen, die die Stadthalle dem Erdboden gleichmachen und stattdessen Parkraum schaffen wollte. Pläne, die das Amt für Denkmalschutz im Rheinland durchkreuzte: Es hielt das Gebäude für erhaltenswert.

Daraufhin hatte die Stadt gegenüber dem Amt für Denkmalschutz dokumentiert, dass sie nichts unversucht gelassen habe, um einen Käufer zu finden und reichte schließlich Ende November erneut einen überarbeiteten Abrissantrag ein. Dazu Stellung zu nehmen, hat das Amt für Denkmalschutz seitdem drei Monate Zeit.

Die dort angestellte Landesoberbaurätin Dr. Elke Janßen-Schnabel hatte bereits 1993 in einem Gutachten die 1928 erbaute Stadthalle als städtebaulich wertvolles Gebäude herausgestellt. 2013 wurde dies bekräftigt, daraufhin kam die Stadthalle überhaupt erst auf die Denkmalliste. Zwar wurde sie im Zweiten Weltkrieg zum Teil zerstört, doch die klare Formensprache der für die Zeit typischen Bauhaus-Epoche, so die Expertin in einem früheren Gespräch, sei im Wiederaufbau aufgenommen worden. Außerdem sei durchaus eine Substanz vorhanden, wenn auch nicht in gutem Zustand. Bleibt das Amt für Denkmalschutz bei dieser Haltung, muss der NRW-Bauminister entscheiden.

Kathrin Melliwa

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2015-01-21 12:00
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