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"Endlich geht es los"

26.04.2010 | 18:31 Uhr
"Endlich geht es los"

Velbert. Erster Spatenstich für den A44-Lückenschluss. Die Wirtschaft frohlockt, die Gegner sind enttäuscht.

Eckhard Brandt war nicht beim ersten Spatenstich. „Was sollen wir da noch?“, sagt der erste Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI) „Ratingen Heiligenhaus Velbert gegen die A 44/DüBoDo“ gedämpft. Seit der Linienbestimmung für die Trasse hat die BI über viele Jahre gegen das Projekt gekämpft. „Wir haben leider keinen Erfolg gehabt mit unseren Einsprüchen, haben alle Argumente vor Gericht vorgetragen.“ Manches sei „sozusagen zurechtgebogen“ worden, moniert der Velberter und nennt als Beispiel die Behandlung bzw. Würdigung des Wasserschutzgebietes nördlich Hombergs/Brachter Straße. Außerdem sei auch „nicht immer die Wahrheit gesagt“ worden, fügt Brandt mit Blick auf die Explosion der Baukosten auf derzeit 222 Mio Euro hinzu. Er glaubt nicht, dass es bei dieser Summe bleibt.

Andernorts knallten zwar gestern nicht die Korken, der  Spatenstich wurde jedoch einhellig begrüßt. „Generell ist eine lückenlose A44 ein Standortvorteil“, so Pressesprecherin Ute Hoppe zur Linie ihres Unternehmens Hülsbeck & Fürst. Anlieferer und Vertrieb profitierten von einer ausgebauten Infrastruktur, so Hoppe. Doch auch für die Mitarbeiter werde sich die Lage demnächst deutlich verbessern.  Hoppe: „Viele kommen aus Duisburg oder Wesel, die sind jetzt schneller im Betrieb.“ Bei Witte Automotive ist man überzeugt, dass die Schlüsselregion Velbert/Heiligenhaus neue Impulse durch den Autobahnanschluss bekommt. „Endlich geht es los. Witte Automotive als global agierender Zulieferer für Schließsysteme rückt durch die direktere Anbindung zum Flughafen Düsseldorf noch näher an seine Kunden  wie General Motors, Ford oder Honda heran“, so Firmensprecherin Ina von zur Gathen.

Bei der Nevigeser Erbslöh AG (WKW Automotive) ist man von Früchten der Baumaßnahme nicht so unmittelbar betroffen wie die Firmen in Velbert-Mitte. „Unsere Lkw fahren überwiegend in Richtung Süden, unsere Kunden sind – abgesehen von Volkswagen – BMW, Audi und Mercedes“, so Pressesprecherin Monika Kocks. Bei Erbslöh hofft man jedoch, dass  eine ausgebaute A44 zur Entlastung der notorisch verstopften A46 beiträgt. „Der Wirtschaftsstandort Niederberg wird jedoch insgesamt von der Direktanbindung profitieren“, ist Monika Kocks überzeugt.

„Unsere geografische Lage ist supertoll und erhält jetzt durch den neuen Ast Richtung Rheinschiene noch mehr Bedeutung“, frohlockt Wirtschaftsförderer Wilfried Löbbert. „Das ist für mich der Sieben-Meilen-Stiefel für die Schlüsselregion.“ Die Betriebe in der Region seien in besonderer Weise auf eine gute, verlässliche Verkehrsverbindung mit dem Rheinland angewiesen. Mit dem Lückenschluss würde der Standort dieser Firmen entscheidend aufgewertet und außerdem buchstäblich der Weg frei gemacht für Neuansiedlungen. So kommentiert die IHK Düsseldorf, die immer für die A44 getrommelt hat,  den Spatenstich. „Heutzutage spielt die Planbarkeit von Transportlösungen eine existenzielle Rolle für Unternehmen“, erklärt Hauptgeschäftsführer Dr. Udo Siepmann. Auch die sehr rasche Erreichbarkeit des Düsseldorfer Flughafens werde den niederbergischen Raum attraktiv machen.

Die BI – sie zählt über 150 Mitglieder – weiß aktuell noch nicht, wie sie weiter vorgehen will. „Aber wir machen auf jeden Fall erst einmal weiter“, kündigt Eckhard Brandt an. Und das nicht nur, weil die Gerichtskosten des BVG-Verfahrens noch nicht geregelt seien, sondern weil man jetzt auch erfahren habe, dass der geplante Flüsterasphalt wohl doch komplett wegfallen solle. „Wir werden das Ganze weiter sehr kritisch begleiten, vor allem hinsichtlich des Lärmschutzes“, kündigt Brandt an.

Klaus Kahle und Matthias Spruck

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Kommentare
24.07.2010
20:09
Blockierter Kommentar.
von Stefan | #6

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

14.06.2010
19:19
Endlich geht es los
von Bergerhauser | #5

@4 Ich hoffe schwer, dass diese A44 der letzte Sieg der Autobahnbuaer in NRW war. Wir werden uns in Essen bezüglich der Anbindung der A44 an die A52 und den Weiterbau der A52 trotzdem wehren. Irgendwann ist das Geld für diese Wahnsinn alle.

13.06.2010
05:37
Endlich geht es los
von Max Mustermann | #4

Die noch anhängigen Klagen betreffen den Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Heiligenhaus (L 156) und dem Autobahnkreuz Ratingen-Ost, werden im Rahmen eines Deckblattverfahrens während der bereits laufenden Bauvorbereitungsarbeiten in die Bauausführungsplanung eingearbeitet und haben keine aufschiebende Wirkung auf die Gesamtmaßnahme. Auf den Abschnitt zwischen der L 156 und dem Ausbauende in Heiligenhaus-Hetterscheidt beziehen sich die Klagen ohnehin nicht, hier wird bereits völlig rechtmäßig gebaut.

@dorfbeobachter: dies lehrt (nicht lernt) uns vor allem, dass tiefgründiges Recherchieren besser ist als gegenseitige Vorwürfe auf Basis von Halbwissen.

Viele Grüße und Glück auf!

28.04.2010
17:52
Endlich geht es los
von dorfbeobachter | #3

Es gibt kein Baurecht, da der Planfeststellungsbeschluss rechtswidrig und nicht vollziehbar ist (nachlesen: BVG Leipzig)
Es gibt noch keine Entwässerungserlaubnis (nachlesen: Klage beim OVG Münster).
Es gibt noch Klagen der Städte Ratingen und Düsseldorf, die noch gar nicht verhandelt sind (nachfragen: bei den Städten).
@ Rheinländer: was lernt uns das?
Erst schlau machen, dann schreiben.

28.04.2010
15:16
Endlich geht es los
von Rheinländer | #2

aua! Beides stimmt nicht, auch wenn Sie es gerne so hätten und Ihre Partei während der rotgrünen Regierungszeit alles dafür getan hat, dass das Projekt hinausgezögert wird.
Es wird jetzt gebaut und das ist auch gut so.

26.04.2010
22:25
Endlich geht es los
von Thomas Auer | #1

Der Planfeststellungbeschluss ist noch nicht rechtskräftig und die vor Monaten schon angekündigte Klärung mit dem betroffenen Landwirt immer noch nicht abschließend geklärt.

Auch die wasserrechtlichen Bedenken wurden bis dato noch nicht geklärt.

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