Eingreifen, wo sich in Velbert die Unfälle häufen

An der Zufahrt zum Kaufland-Parkhaus an der Friedrich-Ebert-Straße kam es laut Bericht zu acht Unfällen mit vier Verletzten. In drei Fällen waren Radfahrer beteiligt.
An der Zufahrt zum Kaufland-Parkhaus an der Friedrich-Ebert-Straße kam es laut Bericht zu acht Unfällen mit vier Verletzten. In drei Fällen waren Radfahrer beteiligt.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Mal sind die Sichtverhältnisse schlecht, mal müssen andere Markierungen her. Analyse der Kreis-Unfallkommission hat oft weitreichendere Konsequenzen. Zwei-Jahres-Bericht vorgelegt.

Velbert..  Insgesamt 12 757 Verkehrsunfälle – darunter 4451 meldepflichtige – hat es kreisweit im zurückliegenden Jahr gegeben. Das sind übrigens in beiden Fällen weniger als noch in 2013. An der Verhinderung von Unfällen bzw. für ein Mehr an Verkehrssicherheit arbeitet beharrlich auch die Unfallkommission. Die hat jetzt ihren aktuellen Bericht über die Brennpunkte vorgelegt, an denen es von 2012 bis 2014 zu unterschiedlich schweren Unfällen gekommen ist und die sie genau unter die Lupe genommen hat.

Was eine Unfallhäufungsstelle zu einer solchen macht? „Mindestens drei Unfälle in einem Jahr. Und zwar gleichen Grundtyps mit eindeutigen Parallelen“, sagt Ralf Hezel. Ein weiteres Kriterium, so der Vorsitzende der Kommission, sei die Kategorie. Hierbei geht die Skala von eins bis vier: vom schweren, tödlichen Crash bis zum Unfall mit immensem Sachschaden.

„Triumvirat“ arbeitet Hand in Hand

Hezel ist seit 22 Jahren Praktiker. Er ist beim Kreis Mettmann Abteilungsleiter für Verkehrssicherheit, zudem fungiert der 52-Jährige auch als Geschäftsführer der Kreisverkehrswacht. Hinsichtlich der Kommission spricht er augenzwinkernd von einem „Triumvirat“, da in dem Gremium immer Vertreter der jeweiligen Straßenverkehrsbehörde, ferner des zuständigen Baulastträgers – also z. B. Technische Betriebe Velbert oder Straßen.NRW – sowie der Kreispolizeibehörde zusammenarbeiten.

Zu den sechs Brennpunkten vor Ort – sie liegen allesamt in Velbert-Mitte – gehört auch die Kreuzung Langenberger-/Bleiberg-/Stahlstraße mit allein neun Unfällen und drei Leichtverletzten im Jahr 2013. Dort beschloss die Kommission nach Ortsbesichtigung, Verkehrszählung und Tempomessung letztlich Änderungen der Markierungen und eine Anpassung der Stopp-Zeichen.

„Maßnahmen gibt es immer erst nach der Analyse“, erklärt Hezel. Sie würden einvernehmlich festgelegt, seien bindend und zeitnah umzusetzen. Selbstverständlich abhängig vom Aufwand.

Konsequenzen hat die Arbeit der Fachleute auch im Kreuzungsbereich Haber-/Industrie-/Siemensstraße sowie bei der Einmündung Langenberger-/Wallstraße (elf Unfälle, zwei Schwer- und fünf Leichtverletzte). Hingegen gibt es in Sachen Friedrich-Ebert-/Nedder- sowie Friedrich-Ebert-/Poststraße wegen der Umplanung im Kontext mit dem neuen Busbahnhof erst einmal keine Maßnahmen.

„Ganz wesentlich“, betont Ralf Hezel, „ist immer die Ablaufschilderung eines Unfalls im Bericht der Polizei. Das ist die Grundlage.“