Eine Schule für alle
11.03.2010 | 18:56 Uhr 2010-03-11T18:56:00+0100
Velbert. Gründung soll noch in diesem Monat stattfinden
Dem Elternwillen Rechnung tragen und dem Schülerbegehren nachkommen: Gerd Schäfers, ehemaliger Leiter der Gesamtschule Velbert, Jan Lichtwitz (SPD) und Robin Meis, Ortsverbands-Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), rufen auf zur Gründung einer parteiübergreifenden „Bürgerinitiative für eine zweite öffentlichen Gesamtschule“. Die Zahlen sprechen für sich, sagen sie. Meis: „Trotz rückläufiger Schülerzahlen ist die Quote der Gesamtschulinteressenten weiter gestiegen. 70 Prozent der Viertklässler wollen in diesem Jahr von der Grund- auf die Gesamtschule wechseln.“ Laut Meis, Schäfers und Lichtwitz konnten 237 von 467 Angemeldeten „keinen Platz an einer der beiden Gesamtschulen in Velbert bekommen. Aufgrund mangelnder Kapazitäten sind sie abgelehnt worden.“
Die Aktiven lassen Zahlen sprechen: 688 Kinder wechseln zum kommenden Schuljahr auf eine weiterführende Schule. 467 von ihnen wollten zu einer der beiden Velberter Gesamtschulen, davon 337 zu der städtischen an der Poststraße. Diese könne aber nur 174 Kinder annehmen, um im sechszügigen Verfahren mit 29 Kindern pro Klasse in der Jahrgangsstufe 5 zu starten.
Insgesamt können an beiden Gesamtschulen 230 angenommen werden. 217 gehen zu den drei Gymnasien, 175 zu den Realschulen und 66 zu den beiden Hauptschulen.
Ein Grund für die hohe Gesamtschul-Nachfrage sei, so meinen die Gründer, dass „es an der Gesamtschule kein Turbo-Abitur nach 12 Schuljahren gibt und geben wird.“ Außerdem sei für den Besuch der Gesamtschule keine Empfehlung durch die Grundschule nötig. Schäfers: „Für uns hat die Empfehlung nie eine Rolle gespielt. Wir nehmen 50 Prozent Leistungsstärkere und 50 Prozent Leistungsschwächere Kinder an.“
Und zieht Bilanz: „70 Prozent der Gesamtschul-Abiturienten hatten keine Gymnasial-Empfehlung.“ Er habe die Erfahrung gemacht, „dass sich die Eltern im Vorfeld eines Schulwechsels verschiedene Schultypen genau ansehen und mehr denn je zu den Info-Abenden kommen“.
Doch gelte das Wechsel-Problem nicht nur für Grundschüler. Auch erfolgreiche Absolventen der Hauptschul- oder Realschul-Jahrgangsstufe 10 können anschließend nicht ohne weiteres auf ihr Abitur zusteuern. Schäfers: „Die Hauptschüler nicht, weil sie keine zweite Fremdsprache vorweisen können. Bei uns lernen sie in der 11, der 12 und 13 noch Spanisch. Und die Realschüler müssen, wegen des Turbo-Abiturs nach der 12. Klasse, die 10. Klasse auf dem Gymnasium wiederholen.“ Die Alternative zur Gesamtschule sei das Berufskolleg.
Ein Wechsel zur Gesamtschule ist nicht garantiert, da diese im Oberstufenbereich nur 120 Plätze anbieten kann und 2010, so Schäfers, „allein 104 Schüler aus dem eigenen Hause kommen“. Sie alle meinen: „Der Elternwille muss so stark sein, dass die Politik reagieren muss.“
Überparteiliches Bündnis
Die Absicht, eine Bürgerinitiative für eine zweite Gesamtschule zu gründen, entstand nach etlichen Podiumsdiskussionen und Gesprächen zum Thema. Ausdrücklich formulieren die Begründer, „ein überparteiliches Bündnis gründen zu wollen, bei dem es Sympathien für alle Parteien gibt“. Erklärtes Ziel ist: Der Bau oder die Einrichtung einer zweiten Gesamtschule im Ganztagsbetrieb. Mit ins Boot holen wollen sie die Eltern, die Jugend Velbert, die in 2009 Bildungsstreiks durchgeführt hat und alle, die mitstreiten wollen.
Die Gründungsversammlung soll am Donnerstag, 18. März, stattfinden. Zunächst waren als Ort Räume der Gesamtschule vorgesehen. Da aber „die Richtlinien für die Nutzung der Schulen politische Veranstaltungen nicht erlauben“, so Ulrich Stahl, Fachabteilungsleiter Schule, muss ein anderer Ort gesucht werden. Diese Richtlinien, erklärt Stahl, „gehen zurück auf eine geplante Versammlung der NPD.“ Dieser wollte man damals keinen öffentlichen Raum geben.
23:22
Also haltet euch jetzt endlich mal bedeckt und sprinkt nicht auf Züge auf, die schon länger fahren als ihr überhaupt da seid.
- kommt das sprinkt von Sprinkler?
P.S.: @ feld - Sachlichkeit und Fakten, sind hier eher erwünscht als Beleidigungen! Denn nur das dient schließlich der Sache, um die sollte es hier doch gehen oder? Und dass die Linkspartei in den Berichten der WAZ nicht wirklich gerne erwähnt wird ist doch allseits bekannt, nicht wahr?
14:26
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12:01
Natürlich haben wir in dem Gespräch die Veranstaltung der LINKEN als eine der Veranstaltungen, die in den letzten Wochen geführt wurden erwähnt. Dass hier im Artikel nicht erwähnt wurde, wer welche Veranstaltung gemacht hat und wer welchen Antrag gestellt hat, ist nicht schlimm. Ich denke, die Sache ist zu wichtig, als dass hier nach Parteibüchern gedacht werden kann. Klar ist doch: Es geht um um deutlich über 200 Kinder allein in diesem Jahr, die nicht auf der gewünschten Schulform unterrichtet werden können.
Fakt ist natürlich: Es müssen noch mehr Parteien überzeugt werden, als es heute sind, um eine Ratsmehrheit zu erreichen. Deshalb ist es wichtig, dass dieses Bündnis allen Parteien und Wählergemeinschaften offen gegenüber steht.
Umso trauriger ist es natürlich, schon vorab in einem Atemzug mit einer rechtsextremen Partei zwar nicht verglichen, aber doch genannt zu werden. Diesen Nachsatz hätte man sich sparen können. Hier hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft eingeladen, mit der SchülerInnenvertretung und der Elternpflegschaft. Alle diese Organisationen haben ein klares schulpolitisches Mandat. Eine Elternvertretung, die nicht politisch ist, ist keine Vertretung.
Natürlich findet die Initiative einen anderen Raum. Wir sind auch nicht nachtragend und laden Herrn Stahl ein, zügig nach der Gründung der Initiative ins Gespräch zu kommen, damit wir bald zu Erfolgen für die Eltern und Kinder in dieser Stadt kommen.
08:30
@ # 3
Was meinen Sie eigentlich, was die Aufgabe einer Ratspartei ist?
07:33
Mann, die Linken gehen mir doch so langsam auf den Zeiger! Zu wirklich allem allem müssen die ihren Senf dazu tun. Das eine weiter Gesamtschule gewollt ist, wurde schon eingefädelt, da gab es euch Flitzpiepen noch gar nicht. Also haltet euch jetzt endlich mal bedeckt und sprinkt nicht auf Züge auf, die schon länger fahren als ihr überhaupt da seid.
23:46
Hallo,
meine persönliche Meinung: natürlich ist die Gründung einer Bürgerinitiative eine politische Veranstaltung. Gemeint sind aber parteipolitische Veranstaltungen und genau das findet hier nicht statt.
Daher sollte man diese Verantaltung auch nicht aus der Schule verbannen, denn hier gehört sie her!
Knut Niebuhr
23:42
Auch wir rufen zu dieser Gründungsveranstaltung auf. Der Status Quo kann nicht länger hingenommen werden!
Dass wir mit keinem Wort erwähnt werden, obwohl wir uns im Vorfeld an der Mobilisierung beteiligt und als EINZIGE Fraktion einen entsprechenden Antrag dazu eingereicht haben, ist aber doch traurig. Wen es noch interessiert: Den Antrag und der Veranstaltungsbericht finden sich auf unserer Webseite
Aber einerlei: Wir hoffen, dass viele kommen und die Initiative ein voller Erfolg wird!