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"Ein paar wilde Stunden"

01.01.2009 | 18:35 Uhr

Alkoholgenuss macht aus vielen Autofahrern Fußgänger.Und in der Silvesternacht sehr häufig zu Taxigästen

Vorbestellen kann man Taxis in der Silvesternacht - mit Ausnahme von Notfällen - nicht. Bei Irmgard Hensel am Funkplatz der Taxizentrale laufen die Informationen zusammen. Foto: WAZ, Sonja Glaser-Stryak

Drei, zwei, eins: "Frohes Neues." In der vorletzten Nacht wurde ausgelassen gefeiert. Beim Jahresübergang knallten traditionsgemäß nicht nur die Feuerwerkskörper, sondern natürlich auch die Korken. Doch was für die einen eine wunderschöne Partynacht ist, stellt sich für die anderen stets als die wohl anstrengendsten Arbeitsstunden im Jahr dar.

Wenn die Fahrtauglichkeit aufgrund des Alkoholpegels bei vielen nicht mehr vorhanden ist, dann haben sie Hochkonjunktur: Die Rede ist von Taxifahrern. Statt selbst auf 2009 anzustoßen, schwärmten sie zahlreich bis in die frühen Morgenstunden im gesamten Stadtgebiet aus, um ihre Kunden sicher nach Hause zu bringen.

In der "Velberter Taxi-Zentrale" liefen da natürlich die Telefone heiß. Wie so eine Ausnahme-Nacht aussieht, darüber sprach die WAZ mit den Vorständen der "Velberter Taxi-Zentrale", der alle Velberter Taxiunternehmer mit insgesamt mehr als 30 Fahrzeugen angeschlossen sind. "4004", so lautet die Telefonnummer mit 24-stündiger Erreichbarkeit. "Die Anrufe in einer Silvesternacht sind etwa fünf mal so hoch wie in einer ganz normalen Nacht", erklärt Michael Böttcher. Wobei man die Zahl nicht überschätzen dürfe. "Dafür sind erfahrungsgemäß die Nächte nach Silvester sehr ruhig", fügt Vorstands-Kollege Ulrich Heuer hinzu.

Es handelt sich nur um ein paar wilde Stunden. Auch vor Mitternacht gibt´s kaum Fahrten. "Doch ab Punkt null Uhr klingelt das Telefon dann in etwa alle drei bis fünf Sekunden", so Savas Punar. "Das sind anfangs in der Regel ältere Menschen, die Angst haben, kein Taxi mehr zu bekommen."

Vorbestellungen sind bei der Taxi-Zentrale bis auf Notfälle nicht möglich. Punar: "Das funktioniert nicht, wenn so viele Menschen zur gleichen Zeit ein Taxi haben möchten." Deshalb heißt es warten und vor allem gelassen bleiben. Denn, "selbst wenn gar nichts mehr geht, ein Taxi geht immer". Punar erinnert sich eine kuriose Situation "In einer Silvesternacht haben sich zwei Gruppen um mein Taxi geprügelt. Das war nicht schön." Dabei sind die Wartezeiten nicht nur auf die große Menge der Anfragen zurückzuführen. Etwa die Hälfte wird durch Leerfahrten produziert. Böttcher: "Oft bestellen die Menschen sich ein Taxi und stellen dann fest, dass sie doch noch etwas auf der Feier bleiben möchten."

Die letzten Gäste, die die Taxifahrer in einer Silvesternacht Richtung Bett kutschieren, verlassen gegen neun Uhr morgens das Taxi. Dann wird es wieder ruhig. Bis Karneval.

Von Saskia Baeck

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