Ein Mix aus Sport und Brauchtum
14.02.2012 | 17:08 Uhr 2012-02-14T17:08:00+0100
Neviges. Der Hardenberger Schützenverein lud nach dem erfolgreichen Eier- und Kartoffelschießen nunmehr zum Karnevalsschießen - auch alle interessierten Mitbürger ein.
Das haben einige Nevigeser tatsächlich geschafft. Als Preis wurde eine Süßigkeiten-Tüte für sie zusammengestellt. So ungefähr funktionierte das Karnevalsschießen bei den Hardenberger Schützen.
Das Besondere: Hinter der Aktion steckt ausnahmsweise keine Tradition – es war eine Premiere für alle Schützen. „Nachdem das Kartoffel- und Ostereierschießen gut angekommen sind, dachten wir, dass wir es auch mit Karnevalsschießen versuchen können, ganz passend zur fünften Jahreszeit“, erklärt Michaela Martin, die übrigens als lila Kuh verkleidet war. Geöffnet war der Zehn-Meter-Schießstand, an dem sich Mitglieder sowie natürlich auch interessierte Besucher versuchen konnten.
„Wir versuchen natürlich auch den eventuell schlechten Ruf des Schießsports etwas zu korrigieren. Viele haben leider keine gute Meinung vom Umgang mit Waffen. Gerade wenn es Jugendliche betrifft. Ich bin seit 20 Jahren Schützin und finde den Sport überhaupt nicht gefährlich“, stellt die Beamtin klar. „Gerade bei Wettkämpfen werden die Sicherheitsregeln immer weiter ausgebaut und verbessert, so dass wirklich nichts passieren kann“, erklärt sie. Dennoch: Den Respekt vor der Waffe habe sie nie verloren. „Für mich ist es der Mix aus Sport und Brauchtum, der Spaß macht. Es sind Feiern wie das Schützenfest oder eben das Karnevalsschießen, die den perfekten Ausgleich zu den Wettkämpfen schaffen“, findet Michaela Martin, die Königin des Vereins. Ihr Mann Reinhold hat auf dem vorigen Schützenfest im wahrsten Sinn des Wortes den Vogel abgeschossen, so dass die beiden zum Königspaar gekrönt wurden.
König Reinhold Martin ist seit mittlerweile 40 Jahren Mitglied im Verein und hat schon beim Bau der Schießanlagen als kleiner Junge im Sand gespielt.
Neben den „Urgesteinen“ der Schützen gab es beim Karnevalsschießen aber auch Vereinsfremde, die sich am Gewehr versuchten. So zum Beispiel Peter Becker. „Ich bin nicht völlig neu, ich habe bereits beim Bund acht Jahre lang geschossen“, gibt der Angestellte zu. „Und nach den paar Jahren Pause ist es natürlich schön, mal wieder zu schießen.“ Ob er gern in den Verein eintreten würde, „habe ich mir noch nie genau überlegt, aber Spaß macht es allemal“, findet Peter Becker.
Am Ende der Aktion galt für alle Teilnehmer: Bei Kaffee und ausgefallenen Kuchenkreationen wie der grün-bunten Philadelphia-Torte ließen sich eventuelle Fehlschüsse gut verkraften.
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