Eigene Sicherheit geht vor

Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Amphipienzaun an Donnerstraße fällt weg. Dafür Tempolimit 30, künftig auch auf der Nierenhofer Straße Höhe Gut Pollen

Langenberg..  Der Frühling liegt noch nicht in der Luft, dennoch sind Dieter Albrecht vom Nabu (Naturschutzbund Deutschland) und seine ehrenamtlichen Helfer bereits mit der Krötenwanderung im Deilbachtal beschäftig. Sobald die Bodentemperatur dauerhaft über sechs Grad Celsius liegt, gehen die Amphibien nämlich auf Wanderschaft.
Gegen Ende Februar laufen sie los: Kröten und manche Froschart. Dabei wandern die Tiere, die das ganze Jahr über in Baum- und Erdhöhlen oder unter Laub leben, von ihrem aktuellen Lebensraum zurück zu dem Gewässer, in dem sie geboren wurden. Im letzten Jahr konnte Albrecht der Schutzdatenbank rund 1200 gesammelte Kröten plus nicht gezählter Frösche und Molche im Deilbachtal melden. Geholfen beim Einsammeln haben ihm drei ehrenamtliche Helfer, zwei davon aus Velbert, sowie Erich Füllbeck aus Langenberg. Letzter übernimmt allein morgens die Kontrolle des Krötenzauns im Deilbachtal.

Auch an der Nierenhofer Straße müsste seit letztem Jahr ein Zaun stehen. Dort wurden im Februar 2014 erstmalig Kröten gesichtet und bei Albrecht gemeldet. Sogleich fand dieser die Laichstatt heraus: der Teich am Gut Pollen. Von dort aus verteilten sich die Amphibien – bis zu drei Kilometer um den Geburtsteich herum – und wandern nun ebenfalls im Frühjahr dorthin zurück, um dort für Nachwuchs zu sorgen.

Neue Helfer gern gesehen

Da ein Zaun nicht möglich ist – „Überall dort, wo wir einen Zaun aufstellen, muss mindestens einmal täglich kontrolliert werden“, so der Naturschützer – hat Albrecht für die Nierenhofer Straße die Begrenzung auf Tempo 30 bei der Unteren Landschaftsbehörde während der Zeit der Krötenwanderung beantragt. Einem Großteil der Tiere kann dies das Leben retten.

Nicht helfen können Albrecht und Helfer allerdings an der Donnerstraße in Höhe der Gaststätte Bergische Schweiz. Denn dort ist nur auf einer Seite ein Fußgängerweg, der am Teich neben der Gaststätte vorbeiführt. Aus dem Wald kommend müssten die Tiere jedoch am Zaun neben der Straßeseite ohne Fußgängerweg eingesammelt werden. Was gerade abends viel zu gefährlich sei, so der Nabu-Mann. Denn dann würden sich noch weniger Autofahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Da es bundesweit gehäuft Unfälle von Helfern gab, hat der Nabu Deutschland in diesem Jahr beschlossen, die Gesundheit der ehrenamtlichen Helfer nicht zu gefährden. „Die eigene Sicherheit geht vor“, berichtet Albrecht.

Im Deilbachtal hatten im letzten Jahr auch das Familienzentrum Langenberg und das Internat Villa Wewersbusch jeweils an zwei Abenden geholfen, die Tiere über die Straße zu befördern. Darauf hofft Albrecht nun auch für dieses Jahr, denn „alle wollten nächstes Jahr wiederkommen“, berichtet der Koordinator.

Doch auch Füllbeck und seine Velberter Kollegen können noch Unterstützung bei den täglichen Kontrollen gebrauchen.