Ehepaar Meier aus Velbert feiert am 9. Juli Goldhochzeit

Die Familie kommt, dann wird im kleinen Kreis Goldhochzeit gefeiert: Jutta und Siegfried Meier.
Die Familie kommt, dann wird im kleinen Kreis Goldhochzeit gefeiert: Jutta und Siegfried Meier.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Jutta und Siegfried Meier lernten sich durch die Kirche kennen: Er war im CVJM, sie im Mädchenkreis. Am Donnerstag wird bei den beiden gefeiert.

Velbert..  Die lutherische Apostelkirche hat sie zusammengebracht. Siegfried Meier gehörte dort zum Christlichen Verein junger Männer (CVJM) und Jutta zum Mädchenkreis. Sie war damals 16 und er zählte 19 Jahre. Im Dezember 1958. Gegensätze zogen sich an. Siegfried Meier: „Herrlich frech war Jutta. Das gefiel mir ganz besonders gut.“ Und sie beschreibt den Anfang einer langen glücklichen Verbindung so: „Er war so wunderbar schüchtern. Da konnte ich nicht anders.“ Und man sieht es den beiden an, dass Gegensätze auch heute noch ein festes Band sein können.

Die beiden haben zwei Kinder, Sohn und Tochter, und inzwischen drei Enkelkinder. Da wird es viel zu erzählen geben und alte Bilder werden angeschaut. Als Flüchtlinge kamen beide 1945 aus Ostpreußen in dem Westen. Evakuiert. Aus der Heimat, die heute russisch und polnisch ist, vertrieben. Als Siegfried Meier Ostpreußen verlassen musste, hatte er noch vier weitere Geschwister. Die Familie von Jutta Kleipödßus war in den Kriegsjahren auseinander gerissen worden. Der Vater Franz in Russland: Im November 1945 brachte man ihn aus Sibirien nach Berlin ins Krankenhaus. Anfang 1946 starb er. Bereits ein Jahr vorher wurde die Mutter mit ihren sieben Kindern evakuiert. Vom Oktober 1944 begann eine tragische Flucht. Zunächst von Ostpreußen nach Königsberg. Zwei Monate auf Strohsäcken, dann weiter zu Fuß. Bei Tag und in der Nacht übers Eis. Mitte Februar starb auch die Mutter im Krankenhaus in Danzig. Die älteste, 19-jährige, Schwester brachte die sechs Geschwister zwischen zwei (Jutta) und 16 Jahren in einem Viehwaggon nach Holstein und zog, ihr Leben lang unverheiratet, die Geschwister groß. Jutta Meier erinnert sich glücklich und dankbar an ihre „Mutter“ Ulla, die sie, bis diese 87 Jahre alt wurde, noch sechs Jahre pflegen durfte.

Heute kommen von beiden Jubilaren Kinder und Enkelkinder und auch Geschwister nach Velbert, um sich zu erinnern und um fröhlich im engen Familienkreis zu feiern.