Ehepaar Cherubin aus Neviges feiert Diamanthochzeit

Verliebt wie eh und je: Das Ehepaar Emmy und Paul Cherubin feiert am 28. Mai Diamanthochzeit.
Verliebt wie eh und je: Das Ehepaar Emmy und Paul Cherubin feiert am 28. Mai Diamanthochzeit.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
„Gemeinsam lachen, sich gegenseitig helfen und sich lieb haben.“ Das nennt das Ehepaar Cherubin aus Neviges als Rezept für eine glückliche Ehe. Die beiden sind am 28. Mai 60 Jahre verheiratet.

Neviges..  Ihr Lächeln und ihre großen grünen Augen hatten es Paul Cherubin, aufgewachsen in Sensburg nahe Allenstein im früheren Ostpreußen (heute Olsztyn in Polen) besonders angetan. Und als ihm seine heimlich Angebetete an einem Sommertag in der Heimatstadt mit einer Freundin auf der anderen Straßenseite entgegen kam, da nahm er all seinen Mut zusammen und wagte einen Blick.

Sie schaute zurück. „Er gefiel mir, seine Locken, ja, ich hatte mich verliebt. Und das ist bis heute so geblieben“, sagt Emmy Cherubin. Heute haben sie Diamantene Hochzeit – und in diesen 60 Jahren gemeinsam so manche „Schlacht“ geschlagen.

Sehr glücklich sei die Zeit gewesen, damals, als man zusammen an den Ufern der masurischen Seenplatte träumte, Paul die Angel auswarf, man tanzen ging oder Freunde traf. Doch die verschwanden nach und nach. „Auf einmal waren kaum noch Deutsche da, sonst wären wir geblieben, es war ja unsere Heimat“, erzählt Emmy Cherubin, deren Vater nach dem Krieg in Gelsenkirchen lebte und sie stets gedrängt hatte, nachzukommen.

Schnell in Neviges eingewöhnt

Ein Schritt, zu dem sich die Cherubins 1961, sechs Jahre nach ihrer Hochzeit und nach dem Tod des Vaters, entschließen. Im Grenzdurchgangslager Friedland riet man ihnen, „es am besten im Bergischen Land zu versuchen, hier gäbe es am ehesten Arbeit“, erinnert sich Paul Cherubin. Und er weiß auch noch, dass ihm und seinem „Schatzel“, wie er Ehefrau Emmy zärtlich nennt, die Eingewöhnung nicht schwer fiel. „Man muss sich eben anpassen.“ Auf dem Platz des SF Siepen war der leidenschaftliche Fußballer bald ebenso unverzichtbar wie beim Tischtennis, beim gemeinsamen Kegeln fanden die Cherubins neue Freunde. „Und dann Karneval, das war auch schön, immer bei Sondermann“, erzählt der 81-Jährige, und seine Augen blitzen. Kam er damals von der Schicht aus dem Walzwerk nach Hause, begann für seine „Kotek“ (polnisch: Kätzchen), so ein weiterer Kosename für Ehefrau Emmy, der Dienst im Lebensmittelladen. Drei Kinder großgezogen, den Haushalt gewuppt, dazu Geselligkeit genossen – die Cherubins haben sich immer alles geteilt und viel zusammen gemacht. „Einer hilft dem anderen und man muss sich lieb haben“, sagt Ehemann Paul , der jeden Morgen auf seinem Zwei-Kilometer-Spaziergang seinem „Schatzel“ ein Dinkelbrötchen mitbringt. Groß gefeiert wird Sonntag, mit allen drei Kindern, den Enkeln Marco, Tobias und Nico sowie den Urenkeln Julian und Leonie. Herzlichen Glückwunsch!