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Durchgeboxt

09.08.2012 | 18:38 Uhr
Durchgeboxt
Michael Vogel trainiert im Rahmen der Ferienaktion zwölf Jungs und Mädchen.

Velbert.   Im Rahmen einer Ferienaktion der Stadt sind zwölf Jungs und zwei Mädchen zusammengekommen, um gemeinsam beim Velberter BC 22 in den Boxsport hinein zu schnuppern.

Mit vereinten Kräften hieven Michael Vogel und seine Schützlinge verschiedene Boxsäcke hoch, befestigen diese an angebrachten Haken in der Decke. Spielerisch versetzen die Kids den robusten Trainingsgeräten Fausthiebe, grüne Bandagen stützen dabei ihre Handgelenke. Im Rahmen einer Ferienaktion der Stadt sind zwölf Jungs und zwei Mädchen zusammengekommen, um gemeinsam in den Boxsport hinein zu schnuppern.

Die zweite Trainingseinheit fängt für die Jungboxer gleich gut an: Nach dem Motto „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“, müssen zwei Schlafmützen Liegestütze machen. „Disziplin und Respekt anderen gegenüber spielen hier eine große Rolle“, erklärt Michael Vogel. Er trainiert regelmäßig Sportler des Velberter Box-Club e.V. und weiß, worauf es beim Boxen ankommt.

Wiederholung ist das A und O

Heute auf der Tagesordnung: Das theoretische und praktische Erlernen der unterschiedlichen Boxstellungen. Fragen wie „Wo müssen die Fäuste hin? Wie platziere ich am besten meine Beine?“ werden hierbei beantwortet. Dabei gilt: Wiederholung ist das A und O, damit die Sportler sich diverse Bewegungsabläufe optimal einprägen können.

Motivation und Beweggründe der Kids, das Boxen mal genauer unter die Lupe zu nehmen, rühren von unterschiedlichen Dingen her. So erklärt die 11-jährige Marie mit einem schelmischen Grinsen auf dem Gesicht: „Ich wollte einfach mal Jungs verprügeln ohne dafür bestraft zu werden.“ Torben (13 Jahre) sieht das Ganze eher pragmatischer: „Ich hatte einfach Lust dazu. Normalerweise spiele ich Fußball, Boxen ist mal etwas total anderes.“ Einen Boxkampf im Fersehen angeschaut haben sich schon alle Kids, auch aktiv sportlich betätigen sich fast alle von ihnen.

„95 Prozent der Kids hier sind superfit. Es gehört schon etwas dazu, sich in den Ring zu wagen“, befindet Vogel. Allgemeine und spezielle Ausdauer sind elementar, schließlich geht’s für Schüler drei Mal eine Minute lang in den Boxring. Drei Mal gilt es also, so flink, geschickt und wendig wie möglich sein. „Das ist natürlich nichts im Vergleich zu Profis. Aber mit denen können sich die Kids ja natürlich auch nicht messen“, weiß Vogel.

Übung macht den Meister

Es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen: Reflexspiele und Zielwerfen mit Tennisbällen fördern die Koordination. Auch Abstand zum Gegner, Angriffs- und Verteidigungstaktiken werden kräftig geprobt. Ein fünfminütiges Workout inklusive Klimmzüge und Laufband stärken die Ausdauer. „Wenn ihr dieses Training jeden Tag durchzieht, seid ihr in einem halben Jahr ein Konditionswunder“, sagt Vogel und lacht.

Er verspricht seinen Schützlingen: „Am Ende der Aktion werdet ihr Veränderungen sehen. Ich hoffe natürlich, zur positiven Seite hin.“ Er lobt: „Eure Flexibilität ist dufte und ihr seid alle sehr bemüht. Weiter so.“ Was er den jungen Boxern mit auf den Weg geben will? „Der Fight im Ring hat nichts mit dem Leben draußen zu tun. Probleme löst man nicht mit Fäusten. Seine eigenen Fähigkeiten kennen und situationsgerecht einschätzen – das ist es, was zählt.“

Sonja Lelittka


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