Dreieinhalb Jahre Haft für Spielhallen-Raub in Velbert

Das Gericht ordnete an, dass der Verurteilte wegen Fluchtgefahr in U-Haft bleibt.
Das Gericht ordnete an, dass der Verurteilte wegen Fluchtgefahr in U-Haft bleibt.
Foto: WAZ FotoPool
Früherer Gießereiarbeiter (46) beraubte seine Stamm-Spielhalle an der Friedrichstraße mit einer Spielzeugpistole – und blieb am Tatort, bis die alarmierte Polizei eintraf.

Wuppertal..  Ein obdachloser früherer Gießereiarbeiter (46) aus Velbert muss jetzt ins Gefängnis, weil er in einer Nacht Anfang Dezember seine Stamm-Spielhalle an der Friedrichstraße mit einer Spielzeugpistole und einem Messer überfallen hat.

Der Mann hatte in dem Innenstadtlokal vorübergehend 460 Euro aus einer Kasse erbeutet. Das Landgericht Wuppertal verurteilte ihn am Freitag wegen schweren Raubes zu dreieinhalb Jahren Haft.

Mitarbeiterin hielt den Täter hin

Der Mann war nur Minuten nach der Tat in dem Spielsalon festgenommen worden: Eine Mitarbeiterin hatte ihn hingehalten, bis die Polizei kam, indem sie ihn auf die Öffnung eines Safes warten ließ, dessen Inhalt er zusätzlich haben wollte. Sie hatte ihn sofort trotz Maske als Gast erkannt, der gelegentlich zum Spielen und Kaffeetrinken in das Lokal kam.

„Ich kenn’ Dich doch“, hatte die Überfallene dem Angeklagten vorgehalten. Er soll sie daraufhin beruhigt haben: „Ich tu’ Dir nichts.“ Das Gericht hielt dem 46-Jährigen zu Gute, dass er nichtmals seine ungefährliche Plastikpistole auf die Frau gerichtet hatte. Richter Ulrich Krege hielt ihm vor: „Seien Sie froh, dass die Zeugin das Messer überhaupt nicht gesehen hat.“ Denn im anderen Fall hätte die Strafe um mehrere Jahre höher ausfallen können, weil es sich dabei eben um eine Waffe und nicht um ein Spielzeug handelte.

Das Gericht wertete Angaben des Angeklagten als falsch, wonach er eigentlich kein Geld gewollt habe. Er hatte gesagt, er habe es auf seine Erschießung durch die Polizei angelegt. Er habe auf der Straße gelebt, habe vor der Tat Drogen konsumiert und sei wegen der Trennung von seiner Frau und seiner Tochter verzweifelt gewesen.

Der gesamte Ablauf der Tat passe nicht dazu, stellte Krege in der Urteilsbegründung fest. Auch als Beschaffungstat lasse sich der Raub nicht verstehen: „Wenn er nur Geld für Drogen gewollt hätte, dann hätte er nicht auf den Tresor warten müssen.“ Dann hätte die Beute aus der Kasse nämlich gereicht.

Laut einem Psychiater gilt der Mann aus medizinischer Sicht nicht als suchtkrank. Der 46-Jährige gebrauche Cannabis, Amphetamine und Ecstasy nur in Maßen. Nach eigenen Angaben erhält er die Drogen geschenkt, mit denen er sich über Hunger hinweg hilft.

Eine Bewährungschance ist wegen der Höhe der Strafe ausgeschlossen. Der Angeklagte bleibt in der Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr, bis das Urteil rechtskräftig ist.