Doppelausstellung in Langenberger Galerie 23 eröffnet

Die Künstlerinnen Enoh Lienemann (l.) und Gabriele Kaiser-Schanz begrüßten zur Ausstellung.
Die Künstlerinnen Enoh Lienemann (l.) und Gabriele Kaiser-Schanz begrüßten zur Ausstellung.
Foto: André Duhme
Was wir bereits wissen
Die Werke der Künstlerinnen Enoh Lienemann und Gabriele Kaiser-Schanz ergänzen sich in der Ausstellung der Langenberger Galerie 23. Finissage ist bereits am 22. März.

Langenberg..  Wer möchte ihn sich nicht bewahren, den „roten Faden“, der sinnhaft durch das Leben führt? Angesichts aufwühlender Nachrichtenflut und lebensgeschichtlicher Herausforderungen sei das manches Mal gar nicht so einfach, sagt Galeristin Doris Stevermüer, die damit die Gäste der Ausstellung in der Galerie 23 – die noch bis zum 22. März in der Frohnstraße 3 zu sehen ist – begrüßte.

Die Künstlerinnen Gabriele Kaiser-Schanz und Enoh Lienemann haben beide eigene kreative Strategien dazu entwickelt. Gabriele Kaiser-Schanz aus Essen, die sich als studierte Bühnen- und Maskenbildnerin auch im Bildhauermetier bewegt, zeigt in ihren Werken ihr umfassendes Interesse am menschlichen Sein – und zwar von der Zellstruktur bis in generationenübergreifende Einflüsse und Prägungen. Gleich im Eingangsbereich dokumentiert ihre Skulptur „Haus-Frau“ die nun transparenter gewordene Rolle der Frau. Das Haus laste zwar auf ihrem Kopf, sie aber wird darüber nicht länger unsichtbar. Immer wieder geht es in Kaiser-Schanz’ auch fotografischen Installationen um Tradiertes, das in einem lebendigen Prozess verarbeitet wird.

Bild je nach Kontext interpretierbar

Enoh Lienemann, Künstlerin mit deutsch-nigerianischen Wurzeln, beschäftigt sich viel mit Grenzen, inneren wie äußeren, die dabei mit ihren zutiefst menschlichen Inhalten auch zu politisch-gesellschaftlichen Aussagen werden. Einem Besucherpaar erklärt sie gerade sehr eindrücklich, dass ihr Objekt „Pakete“, das auf ihren Installationen immer wieder auftaucht, je nach Kontext Schweres und Belastendes ausdrücken könne, aber auch positives Potenzial in sich trage. Besucher Anna Stiller und Simon Villa-Ramirez machen sich derweil Gedanken über die Bedeutung einer Fotoreihe im oberen Galerie-Bereich: Eine ärmlich gekleidete Frau, offenbar aus einem „Dritte-Welt-Land“, ist hier in rätselhafter Beschäftigung mit einem rot-weißen Absperrband abgelichtet. „Es geht um Ausgesperrt-Sein. Sie verleibt sich die Begrenzung ein. Es ist berührend, sie isst das Plastik, eine arme Frau, die keine Wahl hat und verzweifelt ist.“ Anna Stiller war früher Schülerin von Gabriele Kaiser-Schanz und betrachtet mit großem Interesse Werk für Werk in dieser neuen Ausstellung.

Auch Bernhard Kucken, Bildhauer, und übrigens ab Mitte April selbst hier mit eigenen Werken zu Gast, ist sichtlich angetan: „Die Räume sind sehr ansprechend und das Projekt der Doppelausstellungen ist wirklich reizvoll und teils auch verblüffend.“