Doppelausstellung in Galerie 23 eröffnet

In der Galerie 23 zeigen Adrian Eiserlo und Michel M. ihre Werke, die die Suche nach der Urform zum Thema haben.
In der Galerie 23 zeigen Adrian Eiserlo und Michel M. ihre Werke, die die Suche nach der Urform zum Thema haben.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Eine Doppelausstellung in der Langenberger Galerie 23 mit Adrian Eiserlo und Michel M. wurde am Pfingstwochenende eröffnet.

Langenberg..  Wieder einmal eine Doppel-Ausstellung, nun schon in bester Tradition, wurde am vergangenen Samstagabend in der Langenberger Galerie 23 eröffnet.

Adrian Eiserlo und Michel M. sind zwar gut zwei Jahrzehnte auseinander, dennoch gehören sie sicht-und erlebbar zu den „Jungen“. Sie sind Künstler, die weniger gefällige als vielmehr ganz eigene Wege gehen auf der Suche nach der „Urform“ – so die Galeristin Doris Stevermüer in ihrer Einführungsrede.

Der aus Mainz stammende, jüngere Eiserlo widmete sich zunächst der Malerei und findet sie mittlerweile „langweilig“ und arbeitet lieber mit altem „Abfall-„Material aus seinem Fundus. Seine Arbeiten sind vielschichtige, durch Plexiglas verbundene oder auch getrennte Ausschnitte aus unterschiedlichsten Materialien wie Architektenpapier, Pappe, Fotographien – und sind letztlich Teil-Einblicke auf Relikte, Fotos, ältere grafische Arbeiten wie Radierungen. Sie fordern eine nahe Betrachtung heraus und bleiben rätselhaft, verschließen sich einer sinnhaften Festlegung.

Michel M., der sich nach einigen fotographischen Praktika in Münster mit visueller Kommunikation und Design beschäftigte, meint schmunzelnd: „Ich kann nur Linien.“ Auch er hat sich in der Vergangenheit mit Malerei, mit Farben beschäftigt und sehr klar für eine Reduzierung auf „Schwarz auf Weiß“ entschieden. Seine Zeichnungen weisen eine ebenso vielschichtige Tiefe auf wie die von Arbeiten von Eiserlo. Fast skulpturenhaft wirken seine Körper-Darstellungen, wobei sein existenzielles Thema, wie unlängst ein Kunst-Historiker schrieb, „auf den Weg in die Idee des Nichts“ führe. Michel M. (bürgerlich: Lange) ist von dieser Formulierung durchaus angetan.

Beide sind sie also, jeder auf seine Art, in einem Zwischenraum gewissermaßen beschäftigt, der sich uns, auch bei ganz genauem Hinsehen nur fragmentarisch erschließt. Besucherin Maria Kostakeva, selbst Künstlerin auf musikalischem Gebiet und in Langenberg ansässig, ist jedenfalls durchaus beeindruckt: „Ich finde die Arbeiten beider Künstler gleichermaßen interessant. Sie zeigen jeweils sehr eigene gestalterische, für mich attraktiv bildhafte, bei Michel M. fast bildhauerische Darstellungen.“

Eine durchaus reizvolle Ausstellungs-Variante ist die Tatsache, dass einige Arbeiten von Bernhard Kucken (wir berichteten), einem der zuletzt hier präsentierten Künstler zeitgleich noch hier zu sehen sind. So finden sich seine alte Registrier-Kasse inklusive kleiner Beuys-Köpfe sowie auch größere Objekte wie z.B. seine dreigesichtige Skulptur oben im Gewölbe-Raum irgendwie auch in attraktiver Gesellschaft mit den Arbeiten der derzeitig ausstellenden Künstler.

Die Galerie 23 ist zweifellos ein spannender, offener Kunstraum.