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Direktor löst Direktorin ab

31.08.2010 | 18:54 Uhr
Direktor löst Direktorin ab

Velbert. „Velbert ist das schnellste Gericht bei den Strafsachen“, ein Lob von keinem Geringeren als dem Präsidenten am Landgericht Wuppertal, Dr. Josef Schulte. Velberts (bisherige) Amtsgerichtsdirektorin Andrea Kaminski übersetzt:

„Damit meint er nicht, dass bei uns ,kurzer Prozess’ gemacht wird, sondern dass die Verfahren sehr schnell abgewickelt werden, weil es keine unnötigen Liegezeiten der Akten gibt.“ Heute, zum 1. September, geht Andrea Kaminski. „Ich verlasse den Dienst gleichzeitig mit meinem Mann, der pensioniert wird. Wir wollen noch ein bisschen von der Welt sehen.“

Die Nachfolge antreten soll Michael Dittmann, „mein bisheriger Stellvertreter“. Er soll heute ernannt werden, „also ist ein nahtloser Übergang gewährleistet“, so die 61-Jährige. Andrea Kaminski trat im Dezember 2006 die Nachfolge von Dr. Bernd Rosenbaum an. „Anders als bei meinem Eintritt hier haben wir ab September zunächst nur noch neun Richter. Wir hoffen aber, dass die Stellvertreterstelle sehr schnell wieder besetzt werden kann, die Michael Dittmann frei macht.“ Davon sind dann nur noch fünf auf Lebenszeit „verplante“ Richter; zusätzlich arbeiten beim Amtsgericht vier Richter, die noch nicht auf Lebenszeit ernannt sind. „Hier ist ein weiterer Personalwechsel in der Zukunft wahrscheinlich und noch nicht abzusehen, wann wir wieder vollständig mit Kollegen besetzt sind, die auch hier bleiben“, schätzt Andrea Kaminski die Lage ein. Und: „Die jungen Richter/innen sind sehr engagiert und bringen frische Kenntnisse in den Betrieb ein; trotzdem sind die häufigen Wechsel für die Parteien oft belastend.“

Im Bereich der Rechtspfleger/innen bestehe große Personalnot. „Wir hoffen, dass sich in Zukunft ein Ausgleich innerhalb des Landgerichtsbezirks machen lassen wird. Aber es sind nach wie vor nicht genügend ausgebildete Kräfte im Lande vorhanden, um den Bedarf aller Gerichte abzudecken.“

Das Resümee der Amtsgerichtsdirektorin: „Durch den Einsatz aller und überdimensionalen Einsatz vieler Mitarbeiter haben wir massive Veränderungen gut gemeistert.“ Das Team sei sehr motiviert. Die neue EDV sei sehr gut eingeführt worden, außerdem seien Geschäftsstelle und Kanzlei zur Service-Einheit zusammengefasst worden. Doch: „Von diesen Mitarbeiter/innen sind immer noch viele nur befristet beschäftigt. Die Verlängerungsmöglichkeiten sind sehr beschränkt und wir können oft erst im allerletzten Moment sagen, ob wir die Verträge verlängern dürfen. Das belastet die Mitarbeiterinnen sehr – und mich auch.“

Nachfolger Michael Dittmann (45) ist seit November 2006 beim AG Velbert tätig. Er begann seine Laufbahn in der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen 1994. Nach seiner planmäßigen Anstellung als Richter am Amtsgericht in Solingen, wo er hauptsächlich Straf- und Zivilsachen bearbeitete, wurde er 2002 in einem Zivilsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf „erprobt“ und war anschließend ein Jahr als Betreuungs- und Registerrichter beim Amtsgericht in Solingen tätig. Danach arbeitete er drei Jahre lang als stellvertretender Leiter der Verfahrenspflegestelle „integrierte Justizsoftware“ (Judica) beim Oberlandesgericht Düsseldorf, bis er im November 2006 zum ständigen Vertreter der Direktorin des Amtsgerichts Velbert ernannt wurde. Dort hat er neben der Verwaltungstätigkeit das Schöffengericht, ein Strafdezernat und die Nachlassabteilung bearbeitet.

Ellen Wiederstein

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