„Die Menschen wissen, wie wichtig die FDP ist“

Sie haben hinsichtlich bevorstehender Landtags- und Bundestagswahlen angekündigt, die FDP mit guter Basisarbeit wieder in den Fokus rücken zu wollen. Wie soll diese Basisarbeit aussehen?

Freiheit ist ein Lebensgefühl und keine Ideologie. Menschen von diesem Lebensgefühl zu begeistern und politisch mitzunehmen ist eine meiner Aufgaben. Ich habe oft den Eindruck, dass der Staat den Bürgern gar nichts mehr zutraut. Vieles wird unnötigerweise geregelt und verwaltet, nur damit keiner mehr Verantwortung zu übernehmen braucht. Insbesondere Verantwortung zu tragen und anderen etwas zuzutrauen bedeutet aber gerade Freiheit. Durch konstruktive Vorschläge und nicht durch populistische Aussagen möchte ich eine Alternative zu anderen Parteien bieten.

Anfang vergangener Woche war zu lesen, eine „ums Überleben kämpfende FDP“ wolle Zusatzabgaben von ihren Mitgliedern einfordern. Wie, denken Sie, werden ihre Parteifreunde in Velbert auf diese „Sonderumlage“ reagieren? Droht der Partei damit möglicherweise eine neue Austrittswelle?

Neue Austrittswelle? Seit die FDP aus dem Bundestag ausgeschieden ist, haben sich viele zur FDP bekannt und sind in die Partei ein- und nicht ausgetreten. Das belegen insgesamt die einfachen Mitgliederzahlen allein in NRW. Diese Menschen wissen, wie wichtig die FDP in der politischen Landschaft ist. Es gibt immer schwierige Zeiten für eine Partei. Es liegen allerdings erste Anzeichen dafür vor, dass es eine Trendwende in den Umfragen für die FDP gibt. Die Sonderumlage soll auf die Kreisverbände umgelegt werden. Nach meinem Kenntnisstand sind die Mitglieder im Kreis Mettmann derzeit daher nicht direkt davon betroffen. Der Kreisverband wird dies durch Einsparungen kompensieren. Aber sollte sich die Umlage auf die Mitglieder auswirken, so sehe ich auch dann noch keine Austrittswelle.“

Herr Weisse, wir danken Ihnen für dieses Interview.