Die Gesamtschul-Debatte in Velbert geht weiter

Die Gesamtschule hat für das Schuljahr 2015/16 wieder einmal mehr Anmeldungen bekommen, als sie verkraften kann.
Die Gesamtschule hat für das Schuljahr 2015/16 wieder einmal mehr Anmeldungen bekommen, als sie verkraften kann.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Befürworter sind aber weiterhin ganz deutlich in der Unterzahl. Das gilt auchbeim Rückhalt für die HKS. Die neue Sekundarschule Velbert-Neviges wird diffamiert.

Velbert..  „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, heißt es ja immer. Mitunter geht das allerdings schneller als gedacht. So wie jetzt in der Ratssondersitzung „zur Situation der weiterführenden Schulen in Velbert“, in der Thorsten Hilgers, dessen FDP-Fraktion diese Sitzung beantragt hatte, die Hoffnung äußerte, dass man jetzt noch etwas „reißen“ könne.

Die kleine liberale Fraktion vertritt die Ansicht, dass man nach dem vorgezogenen Anmeldeverfahren für Gesamt- und Sekundarschule nicht einfach so weitermachen könne, sondern ggf. sogar neue Beschlüsse fassen müsse. Doch genau das Gegenteil sollte am Dienstagabend passieren.

Die Verunsicherung einstellen

Die alten Ratsbeschlüsse zur sukzessiven Auflösung der Heinrich-Kölver-Schule (HKS) wurden mit breiter Mehrheit zementiert oder genauer: Deren sofortige Vollziehung wurde angeordnet (WAZ berichtete). Hierdurch blieben die Anträge der UVB und eines ehemaligen Realschullehrers, die Auflösung der HKS abermals für ein Jahr auszusetzen bzw. ganz abzublasen, dann völlig auf der Strecke.

Deutlich wurde im Rat: Die erneuten, 82-fachen Gesamtschul-Ablehnungen sind Wasser auf die Mühlen derer, die in dem Ansturm an der Poststraße mit 244 Anmeldungen einen ganz unmissverständlichen Elternwillen sehen, eine zweite städt. Gesamtschule favorisieren und damit unverändert in der Unterzahl sind. „Eine weitere Gesamtschule“, warnt Manfred Bolz (CDU), „bedeutet das Aus eines Gymnasiums.“ Hingegen bestärken die anfangs nur 22 Anmeldungen für die Sekundarschule deren Kritiker und Skeptiker. Er wolle nicht erleben, dass die neue Schule – so sie denn zustande komme – sich schon bald als nicht überlebensfähig erweise „und wir in zwei Jahren wieder eine neue Sau durchs Dorf treiben“, sagte August-Friedrich-Tonscheid (Velbert anders). Er sprach sich – neben dem erwähnten UVB-Antrag – als einziger im Rat explizit für die HKS aus.

Die Tönisheider Realschule hat in der Politik mauen Rückhalt und verliert sogar noch. Er distanziere sich nunmehr von einem Beschluss pro HKS, erklärte der Bündnisgrüne Frank Röhr. Denn er habe, u.a. in soziales Netzwerken, „manches Widerwärtiges“ gelesen, berichtete der Vorsitzende des Ausschusses für Schule und Bildung. So werde die Sekundarschule als „Asi-Schule“ diffamiert. Auch sollen Schüler, die sich dort anmelden wollen, von anderen Schülern unter Druck gesetzt und gemobbt werden, heißt es. Die getroffenen Maßnahmen würden jetzt in der Öffentlichkeit torpediert, sagt Gerno Böll-Schlereth (SPD). Er ruft dazu auf, „bitte nicht für weitere Verunsicherung“ zu sorgen. Der HKS werde angesichts der Schülerzahl-Prognosen das Gleiche passieren wie der Hardenbergschule.