Die Fachkräfte gehen aus
12.09.2011 | 20:00 Uhr 2011-09-12T20:00:00+0200
Velbert/Düsseldorf. IHK Düsseldorf will mit besseren Informationen und Weiterbildungsangeboten dem Mangel entgegenwirken.
Das Problem ist hinlänglich bekannt: zahlreichen deutschen Unternehmen gehen die Fachkräfte aus. Angesichts des demografischen Wandels – die Gesellschaft wird immer älter – verschärft sich die Lage noch. Deshalb will die IHK Düsseldorf die Unternehmen in ihrem Bezirk, zu dem auch Velbert gehört, bei der Rekrutierung neuer Fachkräfte unterstützen. Das gestern vorgestellte Handlungskonzept soll den Bedarf weiter sichern.
„Bereits in den kommenden Jahren droht der Fachkräftemangel auch in der Region Düsseldorf“, erklärt Dr. Udo Siepmann. Der IHK-Hauptgeschäftsführer arbeitet zwar in einem Bezirk, für den noch günstige Bevölkerungsprognosen aufgestellt werden. Aber: die Wirtschaft deckt laut Siepmanns Aussage ihren hohen Bedarf zu großen Teilen aus angrenzenden Regionen. Dort nehme die erwerbsfähige Bevölkerung weiter ab. Damit die Zahl der offenen Stellen von 6500 nicht noch weiter ansteigt, muss die IHK handeln.
„Es gibt dafür kein Patentrezept, nur jede Menge Stellschrauben, an denen wir drehen müssen“, betont Siepmann. So hat sein Stellvertreter Gerd H. Diestler versucht, den Internetauftritt der IHK zu optimieren. Seit gestern ist ein Demografie-Rechner online. Mit ihm können die Unternehmen durch einfache Eingaben überprüfen, ob die Altersstruktur ihrer Beschäftigten sie vor demografische Herausforderungen stellt.
Die Kammer würde es aber auch begrüßen, wenn sich Firmen verstärkt untereinander austauschen. Deshalb baut sie derzeit das „Demografie-Netzwerk Düsseldorf“ auf. Am 30. November soll Unternehmen aus dem Bezirk erstmals die Möglichkeit gegeben werden, ihre Erfahrungen auszutauschen. Die erste Sitzung wird übrigens in das Praxis-Forum „Fachkräftesicherung und Demografie“ eingebettet.
Auch mit neuen Projekten in der Aus- und Weiterbildung versucht die Kammer, das Problem der unbesetzten Stellen in den Griff zu bekommen. „Die Unternehmen in Düsseldorf haben weniger Sorgen. Wenn ich aber einen kleinen Betrieb in Velbert habe, gibt es schon Probleme, einen Auszubildenden zu gewinnen“, sagt Clemens Urbanek.
Der IHK-Geschäftsführer für die Ausbildung hat sich mit seinen Kollegen auf die Fahnen geschrieben, die Integration in den Arbeitsmarkt zu erhöhen. „Bundesweit wird ein System entwickelt, mit dem die Abschlüsse ausländischer Bewerber mit den deutschen verglichen werden können“, sagt Urbanek.
Des Weiteren baut die IHK Düsseldorf ihr Weiterbildungsangebot an Schulen aus. Mit dem Online-Lernprogramm „Matheplus“ können die Auszubildenden von morgen Defizite bei Rechenaufgaben ausmerzen. Zudem können Schüler Zertifikate erwerben, mit denen sie ein gutes Wirtschaftsenglisch nachweisen. Ähnliche Kurse gibt es für Spanisch und Französisch. Dadurch erhofft sich die IHK einen besseren Wert als bei der Ausbildungsumfrage 2011: Die Hälfte aller Betriebe beklagten ein schlechtes mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen der Bewerber. Das waren bislang keine guten Voraussetzungen für einen potenzielle Fachkraft.
13:25
Die Industrie jammert über den Fachkräftemangel, und diesem Mangel stehen viele arbeitslose Ingenieure gegenüber. Das Jammern ist Programm, denn die Strategie der “Meinungsmacher” (Albrecht Müller) besteht darin, die Öffentlichkeit zu verwirren, und zwar so weit, dass am Ende keiner mehr glaubt, was er hört, sieht oder liest. Oder genauer gesagt: dass er am Ende nur noch das glaubt, was ihm die Stimmungsmacher als Realität vorgaukeln.
12:29
Es ist schon ärgerlich solch einen Quatsch lesen zu müssen. Da werden Jugendliche von einer Maßnahme in die nächste geschoben nach der Schule und bekommen keinen Ausbildungsplatz.
Und zum Abschluss der Ausbildung geht es in die Arbeitslosigkeit oder von Zeitarbeitsvertrag zu Zeitarbeitsvertrag. Auch ältere Fachkräfte bekommen keine Arbeit, weil sie schon über VIERZIG sind.
Und dann kommen irgendwelche Herren und wollen uns einen Facharbeitermangel einreden?
Solch ein Blödsinn!
20:53
Der IHK-Hauptgeschäftsführer beklagt den angeblichen Fachkräftemangel. Würde es diesen wirklich geben, so hätte man mehr Fachkräfte ausgebildet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Firmen sich den Ast absägen, auf dem sie sitzen. Oder sind die Verantwortlichen in den Firmen wirklich so dämlich nicht genügend Leute auszubilden?
Ich glaube, die Herrschaften haben ein Luxusproblem.
Immer mehr Realschüler ohne Ausbildungsplatz
http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/bst/hs.xsl/nachrichten_103013.htm
20:16
Die Zahl der Arbeitslosen ist der DIW-Studie zufolge bei fast allen Fachkräften höher als die Zahl der offenen Stellen. Lediglich in einigen wenigen Berufen sieht die Untersuchung tatsächlich Hinweise auf eine echte Knappheit in der Arbeitslosenstatistik. Das sind im Einzelnen Vulkaniseure und Elektroinstallateure sowie Ärzte und Krankenschwestern…..
……Nachwuchs
Die Absolventenzahlen der Universitäten in einschlägigen technischen und naturwissenschaftlichen Fächern liegen bei weitem über dem jährlichen Bedarf an Mitarbeitern, die etwa aus Altersgründen ersetzt werden müssen. Fehlender akademischer Nachwuchs sollte einen Mangel an Fachkräften also nicht auslösen.
Bei der betrieblichen Ausbildung setzen Unternehmen seit Jahren konsequent auf Sparflamme. Das gilt selbst für jene Jahre, in denen der Ruf der Arbeitgeberverbände nach mehr qualifizierten Kräften besonders laut erschallt. Das DIW kommt daher zu dem Ergebnis, dass Unternehmen bei sinkender Ausbildungsbereitschaft keinen allzu großen Mangel an Fachkräften spüren können, denn sonst würden sie selbst für mehr Nachwuchs sorgen.
Forderungen nach erleichterten Zuzugsmöglichkeiten sind einfach gestellt. Doch wenn Arbeitgeber mehr Eigeninitiative und Flexibilität zeigen würden, dann wäre eine Debatte um fehlende Fachkräfte überflüssig. Was bleibt, ist der Eindruck, dass nicht die besondere Qualifikation neuer Arbeitnehmer jenseits der Grenzen Europas gesucht sind, sondern insbesondere ihre niedrigeren Gehaltsvorstellungen. Mit Fachkräftemangel hat das aber nichts zu tun.
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Die-Maer-vom-Fachkraeftemangel-article3833126.html
Und übrigens. Werden an deutschen Hochschulen keine Fachkräfte ausgebildet?
Hochschul-Rekord
Deutschland hat mehr als 2,2 Millionen Studenten
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,785795,00.html